Bundespolizei weist Nicht-EU-Reisende an Flughäfen ab

Das von den EU-Staatschefs verhängte Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger ist in Kraft. Am Frankfurter Flughafen warten zahlreiche Reisende auf Rückflugmöglichkeiten. In München scheint die Lage entspannter. Airlines sollen Zurückgewiesene nach Hause fliegen.

Reisende stehen am Flughafen in einer langen Warteschlange. © dpa / Rick Bowmer/AP

Am Frankfurter Flughafen hat die Bundespolizei schon am ersten Tag des Einreiseverbots mehr als 150 Fluggäste aus Nicht-EU-Ländern abgewiesen. Einige seien bereits wieder in die Herkunftsländer zurückgeflogen, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch berichtete.

Fluggäste, die nicht nach Deutschland einreisen dürfen, werden dem Polizeisprechers zufolge im Regelfall mit der derselben Maschine wieder zurückgeschickt. Andere warteten auf der Wache oder im Transitbereich auf ihre Rückflugmöglichkeiten, sagte der Sprecher. Sie kämen aus vielen verschiedenen Staaten wie den USA, Brasilien oder Thailand. Bis zum Morgen wurden gut 5000 Menschen kontrolliert.

In München bislang wenig Reisende betroffen

An Deutschlands zweitgrößtem Drehkreuz in München waren am Mittwochmorgen nur wenige Passagiere betroffen. Die Zahl der zurückgewiesenen Reisenden bewege sich im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am am Flughafen München.

Das liege auch daran, dass viele Flüge gar nicht erst gestartet seien. Die Angaben können sich aber noch ändern: "Wir haben teilweise im Minutentakt Ankünfte", sagte der Sprecher. Flüge innerhalb des Schengenraums kontrolliere die Bundespolizei nicht.

Auch am Flughafen Hamburg habe es bereits Einreiseverweigerungen gegeben, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Zu Zahlen äußerte sie sich nicht.

Laut Bundespolizei wurden auch am Hunsrück-Flughafen Hahn Passagiere abgewiesen.

Nicht-EU-Bürger werden demnach zurückgewiesen und die Airlines aufgefordert, diese wieder nach Hause zu fliegen. Am größten deutschen Airport war bereits am Dienstagabend ein Flug aus der Türkei betroffen

EU beschließt Einreiseverbot

Die Europäische Union will mit sofortiger Wirkung für 30 Tage ein Einreiseverbot umsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel am Dienstagabend geeinigt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte daraufhin ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger angeordnet. Wie das Innenministerium am Dienstagabend mitteilte, betrifft dies alle Flüge und Schiffsreisen, die ihren Ausgangspunkt außerhalb der Europäischen Union haben.

© ec.europa, Lesen Sie auch: EU-Staatschefs beschließen Einreiseverbote für Schengenraum

Staatsangehörigen von EU-Staaten und ihren Angehörigen wird die Durchreise durch Deutschland gestattet. Das gilt auch für Bürger aus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Es gibt auch Ausnahmen für Drittstaatsangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat.

Von: br, dpa, dpa-AFX

Lesen Sie jetzt
Themen
Flughäfen Corona-Virus Frankfurt Politik Rahmenbedingungen EU Behörden, Organisationen