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Bundesamt für Flugsicherung will BER-Flugroute nochmal ändern

Um mehr Menschen von Fluglärm zu entlasten, hat das Bundesamt für Flugsicherung einen neuen Vorschlag für eine Flugroute am BER erarbeitet. Der Haken: Die ohnehin am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde Blankenfelde-Mahlow würde zusätzlich belastet.

Landung eines Flugzeugs am späten Abend © dpa / Julian Stratenschulte

Bei den lange umkämpften Flugrouten für den neuen Hauptstadtflughafen BER könnte es kurz vor der geplanten Inbetriebenahme noch eine Änderung geben. Über den Vorstoß berichtete "Der Tagesspiegel".

Der Vorschlag des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung würde die am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde Blankenfelde-Mahlow zusätzlich belasten. Insgesamt träfe Fluglärm aber weniger Menschen, argumentiert die Behörde in einem Schreiben an die Fluglärmkommission, das der dpa vorliegt.

Die 27.000 Einwohner von Blankenfelde-Mahlow leben drei bis vier Kilometer vor dem Ende der nördlichen Startbahn. Bislang ist in Folge eines Gerichtsurteils geplant, dass Flugzeuge bei nächtlichen Starts von der nördlichen der beiden BER-Pisten in Richtung Westen einen Kurs zwischen Blankenfelde-Mahlow und Berlin-Lichtenrade hindurch wählen. Dann sollen sie zwischen Großbeeren und Teltow hindurch fliegen, schließlich nach Südwesten über den Berliner Ring. Das betrifft vor allem den frühen Morgen und den späten Abend; zwischen Mitternacht und fünf Uhr sind reguläre Linienflüge ausgeschlossen.

Das Bundesaufsichtsamt verweist nun auf neue Berechnungen. Es sei für Piloten sehr anspruchsvoll, die Gemeinde direkt nach dem Start zu umfliegen. Der Lärm könne daher leicht streuen und dichter besiedelte Gebiete Berlins erreichen. Anders als vom Amt gewünscht, beriet die Fluglärmkommission bei ihrer Sitzung am Montag noch nicht über den Vorschlag.

Der BER soll nach mehreren Verschiebungen Ende Oktober in Betrieb gehen. Die Flugrouten waren heftig umkämpft, nachdem der Bund 2012 teilweise andere Strecken festlegte als die Planfeststellung auf Landesebene den Anwohnern zuvor jahrelang avisiert hatte.

Von: dpa

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