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Champagner, bitte (Symbolbild). © Adobe Stock / Vaalaa

Ein Ende der umstrittenen Kurzstreckenflüge ist nach Auffassung der neuen BUND-Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg Sylvia Pilarsky-Grosch vor allem über den Preis und weniger über Verbote zu erreichen.

"Es geht für mich nicht um «erlaubt» oder «nicht erlaubt», sondern es geht um die Frage, ob man für den Flug den Preis zahlt, den er die Umwelt kostet", sagte die Landeschefin des Bundes für Umwelt und Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur. Individuelles Verhalten lasse sich nur über den Preis ändern und nicht durch strikte Ordnungspolitik.

Es müsse nicht jedem Menschen ermöglicht werden, für wenige Euro nach Mallorca zu fliegen, sagte die BUND-Landesvorsitzende zur Frage nach einer möglichen Benachteiligung finanziell schlechter gestellter Menschen. "Wo ist da der Maßstab?", fragte sie.

Frage nach Gerechtigkeit

"Man kann nicht einfach sagen, dass das Konsumverhalten des einen dies auch gleich für alle anderen erlaubt. Warum sollten wir ausgerechnet beim Fliegen die Frage nach der Gerechtigkeit stellen? Es gibt ja auch bei vielem anderen Unterschiede." So könne sich das eine Kind zum Beispiel eine Markenjeans leisten, das andere dagegen nicht. Man müsse an den sozialen Rahmenbedingungen etwas ändern, forderte Pilarsky-Grosch.

In Deutschland war zuletzt eine Debatte über Kurzstreckenflüge entbrannt. Die Kanzlerkandidatin und Parteichefin der Grünen, Annalena Baerbock, hatte Mitte Mai der "Bild am Sonntag" gesagt: "Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben." Auch Billigpreise wie 29 Euro für Mallorca-Flüge dürfe es nicht mehr geben, wenn man es mit der Klimapolitik ernst meine.

Zuvor hatte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz dem Sender ProSieben gesagt, er sei dafür, gegen Billigflüge vorzugehen und eine Preisuntergrenze zu setzen. Baerbock betonte, dass gleichzeitig das Bahnnetz ausgebaut werden müsse und sie Kurzstreckenflüge nicht verbieten wolle.

Dass sich höhere Preise nicht direkt in weniger Passagiere auswirken, hatte nicht zuletzt die Einführung der Luftverkehrssteuer gezeigt. Trotz der neuen Abgabe wuchs das Aufkommen seit 2011 weiter. Auch bezüglich der tatsächlichen Kostenwirkung steigender Kerosinpreise verweisen Wissenschaftler auf den historisch fehlenden Zusammenhang zwischen Zusatzkosten und Kapazitätsentwicklung.

So haben sich bislang alle fiskalpolitischen Initiativen, das Wachstum des Luftverkehrs durch eine Verteuerung zu kontrollieren, als zwar förderlich für die öffentlichen Haushalte, nicht aber als effektive Instrumente zur Verkehrslenkung erwiesen.