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British-Airways-Mutter streicht nach Millardenverlust Flugplan zusammen

Die Corona-Krise macht Lufthansa-Konkurrentin IAG stärker zu schaffen als der Konzern angenommen hatte. Das Angebot wird nun weiter reduziert. Im Winter soll die Kapazität bei 30 Prozent liegen.

Zur Airline-Gruppe IAG gehören Aer Lingus, British Airways, Iberia und Vueling. © IAG

Die British-Airways-Mutter IAG hat wegen der Corona-Krise auch im Sommer tiefrote Zahlen geschrieben. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust lag im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen bei 1,3 Milliarden Euro, wie der Mutterkonzern der Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level überraschend am Donnerstag in London mitteilte. Jetzt streicht das Management das Flugangebot für den Rest des Jahres zusammen.

Im vierten Quartal soll das Flugprogramm der IAG-Gesellschaften höchstens 30 Prozent des Vorjahreszeitraums erreichen. Bisher hatte die Konzernspitze noch eine Kapazität von 40 bis 54 Prozent angepeilt.

Finanzchef Stephen Gunning begründete die Kürzung mit der zweiten Infektionswelle und den verschärften Quarantäneregeln in vielen Ländern. Die Buchungszahlen hätten sich daher noch schwächer entwickelt als erwartet. Durch das verkleinerte Flugprogramm dürfte der Konzern es im vierten Quartal nach seiner Einschätzung nicht schaffen, den Geldabfluss im laufenden Geschäft zu stoppen, wie eigentlich geplant.

Desaströs drittes Quartal

Im dritten Quartal hatte IAG das Flugangebot um fast 79 Prozent zurückgefahren. Gerade auf der Langstrecke ging wegen der weltweiten Reisebeschränkungen kaum noch etwas. Die Nachfrage brach sogar um 88 Prozent ein. Dadurch blieb mehr als jeder zweite Sitz in den Maschinen leer.

Der Umsatz des Konzerns brach in diesem Zuge im dritten Quartal um 83 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein. Der bereinigte operative Verlust fiel mit 1,3 Milliarden Euro zwar etwas geringer aus als im zweiten Jahresviertel. Ein Jahr zuvor hatte IAG allerdings noch 1,4 Milliarden Euro operativen Gewinn erzielt.

© dpa, Aaron Chown/PA Wire Lesen Sie auch: British Airways trennt sich von CEO Alex Cruz

Während die Lufthansa in der Krise mit neun Milliarden Euro Staatshilfe vor dem Aus gerettet wurde, hat sich IAG frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Mit der Ausgabe neuer Aktien holte das Unternehmen brutto gut 2,7 Milliarden Euro herein. Dadurch wuchs die Liquidität des Konzerns den Angaben zufolge von 6,6 Milliarden Euro Ende September auf 9,3 Milliarden Euro Anfang Oktober. Die vollständigen Quartalszahlen will IAG wie geplant am 30. Oktober veröffentlichen.

Von: dpa, br

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