British-Airways-Mutterkonzern IAG will Norwegian doch nicht kaufen

IAG gibt ihre Übernahmepläne für den norwegischen Billigflieger Norwegian überraschend auf. Auch ihre bereits erworbenen Anteile will sie verkaufen. Die Aktie des Low-Costers bricht daraufhin ein.

Flugzeuge von Norwegian. © TT News Agency/epa/dpa / Johan Nilsson

Der British-Airways-Mutterkonzern IAG will den norwegischen Billigflieger Norwegian nun doch nicht übernehmen. IAG habe "nicht die Absicht, ein Angebot für Norwegian zu machen", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Mehr noch: "Zu gegebener Zeit" werde IAG auch seinen Anteil von 3,93 Prozent an Norwegian verkaufen, hieß es weiter. Zu IAG gehören neben British Airways auch die Fluggesellschaften Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level.

Die Norwegian-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch auf die Nachricht. An der Börse in Oslo verlor das Papier rund 21 Prozent an Wert und notierte am Nachmittag bei knapp 14 Euro.

Neben IAG noch Lufthansa interessiert

Im Frühjahr vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass IAG eine Übernahme von Norwegian anstrebt. Die norwegische Airline reagierte ablehnend und stufte die Angebote als zu niedrig ein.

Auch Lufthansa hatte zwischenzeitlich Interesse an Norwegian angedeutet, Europas größter Billigflieger Ryanair winkte hingegen ab.

© AirTeamImages.com - HAMFive, Lesen Sie auch: Norwegian will auch Boeing-Jets in der Flotte "überprüfen"

Norwegian ist nach Ryanair und Easyjet Europas drittgrößter Billigflieger gewesen. Im vergangenen Jahr wurde er von Eurowings überholt. Die Airline bietet aber auch Langstreckenflüge an, eigentlich eine Domäne der etablierten Fluggesellschaften, und steckt wegen ihrer raschen Expansion in finanziellen Schwierigkeiten.

Von: pra, dpa, AFP

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