Britisches Gericht verbietet Bau von dritter Startbahn in Heathrow

Ein Berufungsgericht in Großbritannien hat einer Klage von Umweltaktivisten gegen die Pläne für den Bau einer dritten Startbahn am Flughafen Heathrow stattgegeben. Die britische Regierung habe das Pariser Klimaschutzabkommen bei seiner Entscheidung nicht berücksichtigt, erklärten die Richter.

A380 von British Airways am Flughafen London-Heathrow © Heathrow Airports Limited

Ein britisches Gericht hat am Donnerstag die Pläne für den Ausbau des Londoner Flughafens Heathrow ins Wanken gebracht.

Die Richter des Court of Appeal entschieden, dass der Bau einer dritten Startbahn - wie derzeit vorgesehen - unvereinbar ist mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Die Regierung müsse das Projekt daher überdenken.

Die konservative Regierung unter Premierministerin Theresa May hatte 2018 grünes Licht für eine weitere Startbahn an Europas verkehrsreichstem Flughafen gegeben.

Der Flughafen Heathrow teilte mit, beim Obersten Gericht Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen. Die konservative Regierung unter Premierministerin Theresa May hatte 2018 grünes Licht für eine weitere Startbahn an Europas verkehrsreichstem Flughafen gegeben.

Die aktuelle Regierung äußerte sich zurückhaltend. Einer Berufung wolle sie sich nicht anschließen, teilte Verkehrsminister Grant Shapps mit. Der konservative Premierminister Boris Johnson ist ein erklärter Gegner der Flughafen-Erweiterung. Der ehemalige Bürgermeister von London muss nun noch eine offizielle Regierungsentscheidung über den Abbruch des Projekts treffen.

Klagen von Umweltschützern

Die Klage gegen die Erweiterungsgenehmigung wurde neben Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace auch von verschiedenen Londoner Gremien sowie dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan eingereicht. Khan begrüßte die Nachricht über den juristischen Erfolg: "Wir haben gewonnen! Heute haben wir die Pläne der Tory-Regierung zum Bau einer dritten Startbahn am Flughafen Heathrow blockiert", sagte Londons Bürgermeister. Die Arbeiten für die neue Startbahn sollten eigentlich im Jahr 2022 beginnen und vier Jahre lang dauern.

Der Ausbau von Heathrow ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort rund 700 Flugzeuge zusätzlich pro Tag starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen. Greenpeace sprach von einem "Desaster für das Klima" und warnte vor den Folgen für die Luftqualität in der britischen Hauptstadt.

Von: dk, afp

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