Brexit: May stellt keinen neuen Deal vor

22.01.2019 - 10:32 0 Kommentare

Nach der Abstimmungsniederlage über den Brexit-Deal präsentiert Premierministerin May dem Parlament ihre Alternative - doch der "Plan B" lässt erst einmal auf sich warten. Tui hält angesichts dessen einen harten Brexit für immer wahrscheinlicher.

Theresa May bei einem Besuch im Terminal 5 des Flughafens Heathrow. - © © dpa - Niklas Halle'n

Theresa May bei einem Besuch im Terminal 5 des Flughafens Heathrow. © dpa /Niklas Halle'n

Der von Großbritanniens Premierministerin Theresa May vorgestellte "Plan B" für den Brexit hat sich als Fahrplan für weitere Konsultationen entpuppt. Die Kritik, die sie seit dem Votum gegen den Brexit-Deal vergangene Woche gehört habe, drehe sich vor allem um die Frage, wie man Eibe harte Grenze zwischen Nord- und Irland vermeiden könne, konstatierte die Regierungschefin am Montag vor dem eigenen Parlament.

May wolle sich nun des Problems annehmen und in den nächsten Tagen ausloten, inwiefern man das von ihr mit der EU ausgehandelte ändern könnte, damit der Deal im Unterhaus eine Mehrheit bekommt. EU-Vertreter signalisierten bereits, dass es sehr schwer sei, den Deal "noch einmal aufzuschnüren".

Britische Zeitungen zeigten sich enttäuscht von Mays Auftritt. Statt eines "Plan B" habe sie lediglich einen Zeitplan vorgelegt, wie ein harter EU-Abschied der Briten doch noch verhindert werden könnte. Der Abgeordnete Elmar Brok sagte gar zu "T-Online.de": "Ich habe keinen Plan B gehört. Ich habe nur gehört, dass Regierung und Opposition in Großbritannien jetzt miteinander reden wollen."

Tui drängt auf Übergangsperiode

Nur die Zeit drängt: In 66 Tagen scheidet Großbritannien aus der EU aus. Fehlende Planbarkeit belastet die Unternehmen der Wirtschaft. "Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher", konstatiert beispielsweise Tui.

Man plane weizterhin mit allen denkbaren Szenarien - "einem geregelten Brexit und dem Austritt ohne Abkommen", so ein Sprecher. Man begrüße es zwar, dass die EU auch nach dem 29. März Flüge zwischen Europa und Großbritannien stattfinden lassen will. Doch: "Sich jetzt die Zeit zu nehmen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, ist sicherlich ratsam, insbesondere die im Abkommen vorgeschlagene Übergangsperiode ist hilfreich."

Von: cs
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