Brandenburg will Vorreiter bei nachhaltigem Fliegen werden

Die neue Koalition aus SPD, CDU und Grünen in Brandenburg will Technologien wie Wasserstoff für nachhaltiges Fliegen gezielt fördern. Auch die Luftfahrtmesse Ila soll am Standort BER erhalten bleiben.

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). © dpa / Ralf Hirschberger

Brandenburg will eine Vorreiterrolle bei Forschung und Entwicklung von nachhaltigem Fliegen einnehmen. Dafür soll das Land zu einer Wasserstoff-Vorzeigeregion entwickelt werden. Das geht aus dem Koalitionsvertrag hervor, den SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen geschlossen haben. Die Koalition werde Projekte rund um das Thema emissionsarmes Fliegen weiter unterstützen und fördern, heißt es in dem Vertrag.

Mit dem Koalitionsvertrag unter dem Titel "Zusammenhalt, Nachhaltigkeit, Sicherheit" soll die Luftfahrtbranche als einer der wichtigen Arbeitgeber der Hauptstadtregion gestärkt werden. Man wolle gezielt in den Zukunftsbereich des Landes investieren und somit die Perspektiven für die jüngere Generation verbessern. Dazu gehört auch die klimaneutrale Mobilität.

"Um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandortes Brandenburg zu erhalten, wird die Entwicklung und Produktion emissionsarmer Flugzeugantriebe benötigt." Deshalb gelte es, den Innovationsvorsprung, den sich regionale Unternehmen auf diesem Gebiet erarbeitet haben, zu sichern.

Wasserstoff als Kern-Technologie

Darüber hinaus werden die Technologiebereiche Wasserstoff und Power-to-Liquid besonders hervorgehoben. "Die Koalition wird – sowohl aus wirtschaftspolitischen als auch aus ökologischen Gründen – die Power-to-X-Technologie und den Energieträger Wasserstoff besonders fördern." Die neue Regierung wolle sich daher in die gegenwärtige Erarbeitung einer nationalen Wasserstoffstrategie verstärkt einbringen. Darüber hinaus will das Land auch eine eigene Wasserstoffstrategie erarbeiten.

Dabei wollen Sozial-, Christdemokraten und Grüne vorwiegend grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zur Anwendung bringen. Brandenburg sitzt quasi an der Quelle, das Land zählt nach Angaben des Energieministeriums zu den drei stärksten Bundesländern im Bereich Windenergie. Im Rahmen einer Innovations- und Forschungsoffensive in der Lausitz sollen daneben auch andere Technologien wie die Batterieforschung und die Herstellung umweltfreundlicher synthetischer Kraftstoffe gefördert und gestärkt werden.

Der Branchenverband Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA) begrüßt schon einmal die hoch gesteckten Ziele: "Vor diesem Hintergrund erhoffen wir uns von der neuen Landesregierung Rückenwind für unsere aktuellen und zukünftigen Projekte, die sich im Themenfeld emissionsarmes Fliegen und alternative Antriebsformen bewegen."

Die Ila soll am BER erhalten werden

Auch die Internationale Luftfahrtausstellung Ila am BER will die Koalition weiter unterstützen, da sie die einzige international bedeutsame Industriemesse in Ostdeutschland sei. Vor dem Hintergrund der geplanten BER-Eröffnung im kommenden Herbst werde derzeit an geänderten Konzepten gearbeitet. "Wir werden mit den Partnern der ILA eine neue Rahmenvereinbarung abschließen und so die Messe bis in die 2030er Jahre am Standort sichern", bekräftigt der Koalitionsvertrag. Die Einnahmeseite der Ila müsse jedoch verbessert und die Kosten der weiter deutlich reduziert werden.

Eine dritte Start- und Landebahn am neuen Hauptstadt-Airport, der auf Brandenburger Gebiet liegt, lehnt die Koalition kategorisch ab: "Die Akzeptanz des BER ist wichtig. Deswegen wird es keine dritte Start- und Landebahn geben." Das Schallschutzprogramm sei gemäß Planfeststellungsbeschluss und der abschließenden Gerichtsurteile im Zweifel zu Gunsten der Betroffenen umzusetzen. Darüber hinaus will die Koalition prüfen, ob für die besonders vom Fluglärm Betroffenen ein Regionalfonds nach Vorbild des Flughafens Frankfurt eingeführt wird.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: "Grüne" Luftfahrt soll während der ILA 2020 im Fokus stehen

Von: hr

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