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Eine Boeing 747-400 der Lufthansa landet auf dem Flughafen Frankfurt © dpa / Arne Dedert

Fraport, die Deutsche Flugsicherung (DFS) und Lufthansa kämpfen nun gemeinsam vor Gericht gegen die Streiks am Frankfurter Flughafen. Wie das Arbeitsgericht Frankfurt am Main mitteilte, soll noch am Dienstagabend (18:00 Uhr) über die Zulässigkeit der Ausweitung der seit Tagen andauernden Streiks verhandelt werden. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hatte am Morgen auch Fluglotsen zu "Solidaritätsstreiks" aufgerufen.

Die drei Luftfahrt-Unternehmen hätten am Dienstagnachmittag einen Antrag auf Erlass einer einstweilige Verfügung gegen die GdF gestellt, teilte das Gericht mit. In dem Antrag forderten die drei Unternehmen, der GdF den Aufruf zu einem Solidaritätsstreik der Fluglotsen am Tower des Frankfurter Flughafen zu untersagen.

Fraport und Lufthansa hatten bereits am Dienstagvormittag rechtliche Schritte angekündigt und die Unverhältnismäßigkeit eines Solidaritätsstreiks der Fluglotsen kritisiert. Die DFS erklärte später, sie sehe es "als ihre Pflicht an", Fraport und Lufthansa bei dem Vorgehen zu unterstützen. Zudem appellierte sie an die Lotsen, die Arbeit nicht niederzulegen.

Fraport begründete den Antrag damit, dass durch eine Ausweitung des Streiks der Vorfeldmitarbeiter auf die Fluglotsen der Verkehr an Deutschlands größtem Flughafen vorübergehend vollständig zum Erliegen kommen könne. Ein Ausstand der Lotsen werde "zu massiven Beeinträchtigungen des Flugverkehrs weltweit und zu einem enormen wirtschaftlichen Schaden führen, der in keiner Relation steht", erklärte Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai.

Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer sprach am Dienstag von einer neuen Dimension, die das Unternehmen nicht hinnehmen werde. "Wir sind in dieser Auseinandersetzung mit großer Klarheit der Hauptgeschädigte", sagte Lauer.

Zudem gibt es in der Branche auch grundsätzliche Einwände gegen eine Ausweitung des Streiks. Fraport kritisierte, es könne nicht sein, dass ein bundeseigenes Unternehmen wie die Flugsicherung in einen privatrechtlichen Tarifstreit hineingezogen werde. Die Flugsicherung gehört zu 100 Prozent dem Bund. Mai forderte daher die Bundespolitik auf, zu handeln.

Ähnlich äußerte sich auch der Dachverband der Luftfahrtindustrie: "Die Fluglotsen in Frankfurt sind Mitarbeiter des Bundesunternehmens DFS und üben hoheitliche Funktionen aus. Deshalb sprengt ihre Beteiligung am Arbeitskampf der 200 Vorfeldarbeiter jeden Rahmen“, erklärte Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) heute in Berlin.

Die Verhältnismäßigkeit bleibe beim geplanten Unterstützungsstreik gewahrt, betonte hingegen die Gewerkschaft. Sie wolle mit dem auf Frankfurt beschränkten Lotsenstreik nicht den Flugverkehr in ganz Deutschland lahmlegen.

Erneut fielen am Dienstag in Frankfurt rund 200 Flüge aus, etwa 80 Prozent des geplanten Verkehrs fand statt. Seit Donnerstag vorvergangener Woche hat die GdF schon mehr als 1.500 Flüge verhindert, war aber mit ihren Forderungen bislang nicht durchgedrungen. Fraport hatte mit Ersatzmannschaften einen immer größeren Teil der Flüge aufrechterhalten können.

Vergangene Woche waren Gespräche zwischen Fraport und GdF gescheitert. Der Flughafenbetreiber kritisiert die Forderungen der Gewerkschaft nach höheren Löhnen, Zulagen und verringerten Arbeitszeiten als überzogen.