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Boeing 737 MAX-9 © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

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Der US-Flugzeugbauer Boeing wird im Zusammenhang mit den Abstürzen seiner Maschine 737 Max insgesamt 2,5 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) Strafe und Entschädigung zahlen. Der Konzern habe den Strafzahlungen zugestimmt, teilte das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mit.

Im Gegenzug werden den Angaben zufolge die strafrechtlichen Verfahren gegen das Unternehmen in den USA wegen Verschwörung zum Betrug eingestellt. Die US-Staatsanwaltschaft warf Boeing vor, den Aufsichtsbehörden Informationen über das Stabilisierungssystem MCAS vorenthalten zu haben.

Der Flugzeugbauer ist außerdem an Auflagen gebunden. Boeing muss mehrmals jährlich Bericht an das Justizministerium erstatten und bei allen noch laufenden sowie möglichen künftigen Ermittlungen mit den Behörden kooperieren. Hält sich das Unternehmen an die Vorgaben, werden die Betrugsvorwürfe binnen der kommenden drei Jahre fallengelassen.

"Profit über Offenheit"

Das Unternehmen habe "Profit über Offenheit" gestellt, "Halbwahrheiten" verbreitet und "Vertuschung" gegenüber den Behörden betrieben, erklärte die US-Staatsanwaltschaft. Der Flugzeugbauer muss den Angaben zufolge eine Geldstrafe in Höhe von 243,6 Millionen Dollar, 1,77 Milliarden Dollar Entschädigung an seine Kunden sowie 500 Millionen Dollar für einen Entschädigungsfonds für die Hinterbliebenen der Absturzopfer zahlen.

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Konzernchef David Calhoun erklärte, die Geldstrafe sei "das Richtige" angesichts der Versäumnisse des Unternehmens. Sie sei "eine ernsthafte Erinnerung an uns alle, wie wichtig unsere Verpflichtung zur Transparenz gegenüber den Aufsichtsbehörden ist und welche Konsequenzen es für unser Unternehmen haben kann, wenn einer von uns hinter diesen Erwartungen zurückbleibt."

Der Großteil der Strafzahlungen soll mit 1,77 Milliarden Dollar Fluggesellschaften zufließen, die als Kunden von Boeing geschädigt wurden. 500 Millionen Dollar gehen dem Justizministerium zufolge an einen Entschädigungsfonds für Angehörige von Absturzopfern. Hinzu kommen 234,6 Millionen Dollar, die dem Unternehmen von den Justizbehörden als zusätzliche Strafe auferlegt wurden. Ob Boeing damit aus dem Schneider ist, bleibt abzuwarten. Es laufen noch etliche Klagen wegen der 737-Max-Abstürze gegen den Konzern. Auch die FAA könnte noch zusätzliche Bußgelder verhängen.

Etliche Betroffene planen, ihre Verfahren weiterzuführen, wie ein Vertreter der Opferfamilien AFP sagte. Die Einigung sei nur eine kleine Ermahnung, sagte etwa eine Betroffene, die ihren Vater verloren hatte. Die Verantwortlichen bei Boeing müssten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Die US-Behörden hatten Mitte November ein Flugverbot für die 737 Max aufgehoben, das 20 Monate lang gegolten hatte. Das Verbot war als Konsequenz aus den beiden Abstürzen verhängt worden. Um grünes Licht für die Wiederaufnahme des Flugverkehrs der 737 Max zu bekommen, hatte Boeing eine Reihe technischer Veränderungen vorgenommen.

Die 737-Max-Krise hat Boeing finanziell bereits erheblich unter Druck gebracht. Zahlreiche Aufträge wurden storniert, Boeing entstanden etliche Milliarden an Sonderkosten. In den drei Monaten bis Ende September fiel der vierte Quartalsverlust in Folge an. Der Konzern reagiert auf die klamme Finanzlage mit drastischen Sparmaßnahmen und will seine Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 auf rund 130.000 senken. Zum Vergleich: Anfang 2020 hatte Boeing noch etwa 160.000 Beschäftigte.