Boeing mit Blick auf eigene finanzielle Situation um Beruhigung bemüht

Nach den dramatisch anmutenden Appellen in der Vorwoche, schnellstmöglich Staatshilfen zu gewährleisten, rudert Boeing ein Stück zurück. Der Konzern sei bis auf weiteres flüssig. Die wichtigsten Werke sollen für zwei Wochen schließen.

Im Boeing-Werk in Everett werden die Großraumflugzeuge 747, 767, 777 und 787 endmontiert. © Boeing

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing sieht sich in der Coronavirus-Krise nicht zwingend auf Staatshilfen angewiesen. "Es gibt viele Optionen für uns, aber die Kreditmärkte müssen offen bleiben", sagte Vorstandschef Dave Calhoun am Dienstag im Finanzsender CNBC. Boeing sei liquide und bezahle seine Zulieferer. Der Konzern habe 15 Milliarden Dollar Liquidität, betonte Calhoun.

Bei den Verhandlungen um staatliche Notkredite gehe es vor allem darum, den gesamten Luftfahrtsektor zu stützen. Boeing setzt sich bei der US-Regierung für ein Antikrisenpaket im Volumen von 60 Milliarden Dollar (55 Milliarden Euro) für die Branche ein. Präsident Donald Trump hat dem Konzern bereits umfassende Unterstützung versprochen.

Boeing schließt wichtigste Fabirken für zwei Wochen

Boeing schließt wegen des Corona-Virus zudem seine großen Fabriken im US-Bundesstaat Washington für mindestens zwei Wochen, darunter das riesige WErk in Everett, wo die meisten Großraumflugzeuge gebaut werden. "Diese Maßnahmen werden ergriffen, um das Wohlergehen der Beschäftigten, ihrer Familien und der örtlichen Gemeinden sicherzustellen", teilte Boeing mit. Die betroffenen Fabriken sollen gründlich gereinigt werden.

Boeing ist wegen des nach zwei Flugzeugabstürzen mit Startverboten belegten Modells 737 Max ohnehin schon stark angeschlagen, die Folgen der Coronavirus-Pandemie bringen das Unternehmen weiter in Not. Trotz der neuen Probleme geht Calhoun nach wie vor von einer 737-Max-Wiederzulassung Mitte 2020 aus. "Wir sind sehr kurz vor der Ziellinie. Wir bleiben bei unserem Zeitplan", so der Boeing-Chef.

Von: dk, dpa

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