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Boeing muss Testflug von 737 Max verschieben - neue Softwareprobleme

Im Rahmen der Wiederzulassung der 737 Max wurden gefährliche Fehler im Flugsteuerungscomputer gefunden. Die will Boeing nun beheben und verschiebt wegen der Corona-Krise einen wichtigen Testflug.

Boeing 737 Max von Southwest Airlines © AirTeamImages.com / John Kilmer

Boeings Zeitplan für die Neu-Zertifizierung der 737 Max kommt erneut unter Druck. Wie US-Medien berichten, arbeite der Flugzeughersteller gegenwärtig an zwei neuen Softwarepatches für den Flugsteuerungscomputer der Maschinen. Die Updates sollen gefährliche Fehler beheben - einer lässt den Autopiloten unter bestimmten Umständen im Endanflug ausfallen, der andere kann zu einem Kontrollverlust und anschließenden Sturzflug führen.

Laut Reuters betonte Boeing in diesem Zusammenhang, dass die Softwarefehler neu entdeckt wurden und in keinem Zusammenhang mit dem fehlerhaften MCAS-System stünden, dass für den Absturz von zwei 737 Max von Ethiopian Airlines und Lion Air vor etwas über einem Jahr verantwortlich gemacht wird. Seit den Abstürzen ist das Muster mit einem Flugverbot belegt und Boeing gelang es bisher nicht, die Aufsichtsbehörden von der Fehlerbehebung und Sicherheit des Flugzeugs zu überzeugen. Anfang des Jahres wurde die Produktion der 737 Max vorerst eingestellt.

Aktuell fasst Boeing die "Mitte 2020" als Zeitpunkt für die weltweite Wiederinbetriebnahme der Max ins Auge. Dieser Zeitplan stehe weiter, erklärte der Konzern. Ein Sprecher der für die Zertifizierung verantwortlichen US-Aufsichtsbehörde FAA wollte sich auf Nachfrage dazu nicht konkret äußern und sagte lediglich allgemein, dass "die Arbeit an der Max-Zulassung noch nicht abgeschlossen ist. Der Hersteller muss die Einhaltung aller Zertifizierungsstandards nachweisen".

© AirTeamImages.com, Bastian Ding Lesen Sie auch: Ein Jahr Flugverbot für Boeings Krisen-Jet 737 Max Hintergrund

Einer der Softwarefehler betrifft laut Boeing "hypothetische Fehler im Mikroprozessor des Flugsteuerungscomputers, die möglicherweise zu einem Kontrollverlust führen könnten, der als Runaway-Stabilisator bekannt ist". Die Aussage kommentierte das IT-Portal "The Register" mit "eine schicke Art zu sagen, dass die Nase plötzlich nach unten zeigen könnte." Die zweite Softwarekorrektur soll laut Boeing die Behebung eines Fehlers sein, der "möglicherweise zur Abschaltung des Autopiloten im Endanflug führen könnte".

Testflug verschoben

In der Corona-Krise ergeben sich zudem Schwierigkeiten für das Testflugprogramm der 737 Max. Afp berichtet, dass ein für April vorgesehener wichtiger Flug zusammen mit FAA-Inspektoren in den Mai verlegt wurde. Das an vielen Orten in den Vereinigten Staaten derzeit strenge Social-Distancing mache die Zusammenarbeit von Boeing und FAA an vielen stellen derzeit nicht möglich. Den Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme soll aber auch der verschobene Testflug nicht gefährden.

Die fortgesetzten Probleme bei der Wiederinbetriebnahme der 737 Max belasten Boeing zusätzlich, dass durch die großen Kosten für den gegroundeten Pannenflieger und nun die Corona-Krise unter großen finanziellen Druck geraten ist. Die Produktion in der Verkehrsflugzeugsparte ruht derzeit vollständig.

© dpa, Ted S. Warren/AP Lesen Sie auch: Boeing will 737-Max-Produktion bald wieder anfahren

Von: dk

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