Boeing macht deutlich mehr Profit

Eine starke Nachfrage und geringere Steuern beflügeln den Gewinn von Boeing im ersten Quartal. Der Airbus-Rivale schraubt auch seine Jahresprognose nach oben.

Boeing-Schriftzug auf der Zentrale in Chicago © Boeing

Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing hat nach einem überraschend starken Jahresauftakt seine Gewinnziele erhöht. Die hohe Nachfrage nach Passagierjets und geringere Steuern ließen den Überschuss im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 57 Prozent auf fast 2,5 Milliarden Dollar (2,0 Milliarden Euro) steigen, wie der Airbus-Rivale am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz legte auch dank einer gestiegenen Zahl ausgelieferter Flugzeuge um sechs Prozent auf 23,4 Milliarden Dollar zu. Mit 184 Passagier- und Frachtmaschinen hatte Boeing 15 Exemplare mehr an seine Kunden übergeben als im Vorjahreszeitraum. Neben dem Verkehrsflugzeug-Geschäft, das seinen operativen Gewinn um fast drei Viertel steigerte, warf auch das Rüstungs- und Raumfahrt-Geschäft fast ein Fünftel mehr ab.

Jahresziel sind mindestens 810 Flugzeuge

Im Gesamtjahr will der Konzern wie geplant 810 bis 815 Verkehrsflugzeuge ausliefern. Gemessen an den Jahreszielen würde Boeing damit seine Rolle als weltgrößter Flugzeugbauer vor Airbus knapp verteidigen. Die Europäer haben sich vorgenommen, in diesem Jahr rund 800 Maschinen an ihre Kunden zu übergeben.

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Boeing-Chef Dennis Muilenburg hob die Gewinnprognose kräftig an und peilt für das laufende Jahr jetzt ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 14,30 bis 14,50 Dollar an. Das sind jeweils 50 Cent mehr als im Januar in Aussicht gestellt wurden.

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen klar, die Boeing-Aktie legte gut drei Prozent an Wert zu. Allerdings hatte sie am Vortag auch fast drei Prozent verloren.

Anfang April waren die Boeing-Aktien noch stärker unter Druck geraten, nachdem China im Handelsstreit Strafzölle von 25 Prozent auf Flugzeugimporte aus den USA angedroht hatte. Diese würden Boeing ausgerechnet bei der absatzstärksten Flugzeugklasse - den Mittelstreckenjets - einen herben Wettbewerbsnachteil gegenüber dem europäischen Airbus-Konzern einbrocken. Boeing hatte in China zuletzt einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

Von: dpa, pra

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