airliners.de Logo

Boeing empfiehlt Simulatortrainings für 737-Max-Piloten

Entgegen ursprünglichen Planungen spricht sich Boeing nun doch für ein Simuatortraining der Piloten für die 737 Max aus. Das würde die Wiederaufnahme des Flugbetriebs weiter verzögern, denn es gibt kaum welche.

Cockpit einer 737 Max © Air Team Images / Weimeng

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfiehlt vor der Wiederinbetriebnahme des Unglücksfliegers 737 Max für alle Piloten Trainings im Flugsimulator. Dies würde computerbasierte Schulungen ergänzen, teilte Boeing mit.

Die Aufsichtsbehörden würden in der Sache die finale Entscheidung treffen, hieß es weiter. Boeing hatte bei der Einführung des Fliegers kein Simulatortraining empfohlen. Solche Trainings sind für Airlines kostspielig. Das Fehlen solcher Anforderungen wird daher oft als wichtiges Argument beim Verkauf neuer Flugzeugmodelle gesehen.

Interims-Chef Greg Smith erklärte, Sicherheit habe bei Boeing "oberste Priorität". Sollte die US-Flugaufsicht FAA dem Vorschlag zustimmen, dürfte sich die Wiederaufnahme des Flugbetriebs der 737 Max weiter verzögern.

Bislang hatte der Flugzeugbauer argumentiert, ein Training am Computer für die 737 Max sei ausreichend. Die Flugaufsichtsbehörden der Europäischen Union und Kanadas sehen das anders und fordern vor einer Wiederinbetriebnahme eine Ausbildung an Simulatoren, mit denen verschiedene Flugszenarien realitätsnah durchgespielt werden können.

Es gibt kaum Simulatoren

Allerdings gibt es nur sehr wenige Simulatoren für Boeing-Max-Maschinen. In Nordamerika sind es derzeit nur zwei: einer gehört Boeing, der andere der kanadischen Fluggesellschaft Air Canada.

© Air Team Images, TT Lesen Sie auch: Simulatorengpässe bedrohen schnelle 737-Max-Wiederinbetriebnahme

Für die 737 Max gilt seit knapp zehn Monaten ein weltweites Flugverbot, nachdem zwei Maschinen des Typs in Indonesien und Äthiopien abgestürzt waren. Dabei kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.

Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt. Boeing arbeitet an Verbesserungen und hofft auf eine möglichst schnelle Wiederzulassung der Maschinen.

Max-Krise stürzt Boeing in die Krise

Die Flugzeugabstürze haben Boeing in eine tiefe Krise gestürzt. Wegen des Flugverbots mussten Fluggesellschaften tausende Flüge streichen und auf andere Maschinen zurückgreifen. Boeing stellte im vergangenen Juli rund fünf Milliarden Euro für Entschädigungen zurück.

© Boeing, Lesen Sie auch: Noch keine Einigung wegen 737 Max zwischen Boeing und deutschen Airlines

Die Produktion der 737 MAX stellte Boeing inzwischen vorübergehend ein. Konzernchef Dennis Muilenburg wurde kurz vor Weihnachten entlassen. Sein Nachfolger David Calhoun tritt den Posten kommende Woche an.

Von: br, dpa-AFX, afp

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Recht Technik Industrie Boeing Boeing 737 MAX Produktion Simulator