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Boeing halbiert Gewinn, drosselt 787-Produktion und verschiebt 777X

Boeings Gewinn ist im dritten Quartal um 51 Prozent abgerutscht. Die Produktion der 787 wird wegen der lahmenden Weltkonjunktur Ende nächsten Jahres heruntergefahren und die 777X erst ab 2021 ausgeliefert.

Das Boeing Logo ist auf dem Flugzeug Boeing 737 MAX 7 zu sehen. © dpa / Elaine Thompson/AP

Das anhaltende Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hat dem US-Flugzeugbauer auch im dritten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich verdiente der Airbus-Rivale mit knapp 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) nur knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte.

Der Umsatz sackte wegen der gestoppten Auslieferung des zuvor meistgefragten Flugzeugtyps um 21 Prozent auf knapp 20 Milliarden Dollar ab. Immerhin konnte Boeing im dritten Quartal Bestellungen für zivile Flugzeuge in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar verbuchen.

Der Konzern ging für die Berechnung seiner Q3-Zahlen davon aus, dass die 737 Max ab dem vierten Quartal 2019 wieder zugelassen wird. Man wolle mit Wiederbeginn der Auslieferungen die Produktionsrate von derzeit 42 auf 57 bis Ende 2020 steigern.

"Höchste Priorität hat weiterhin die sichere Rückkehr der 737 Max in den Flugbetrieb", sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg. Boeing hatte im zweiten Quartal wegen der beiden 737-Max-Abstürze einen Milliardenverlust verbucht.

Auch 787 und 777X machen dem Konzern derzeit wenig Freude

Die Einnahmeausfälle durch die Max-Krise seien teilweise durch höhere Einnahmen aus dem Rüstungs- und Servicegeschäft sowie bei der 787 ausgeglichen worden, heißt es von Boeing. Im dritten Quartal hat die Zivilflugzeugsparte ein Minus von 40 Millionen US-Dollar verbucht, im Vorjahr stand noch ein Plus von über zwei Milliarden in der Bilanz. Es seien insgesamt 62 Maschinen ausgeliefert worden.

Derweil machen dem Hersteller noch andere Baustellen zu schaffen: So drosselt der Konzern ab Ende 2020 die Produktion seines Großraumjets 787 "Dreamliner" wegen des globalen Handelsumfeldes, wie es in der Mitteilung heißt. Für zunächst zwei Jahre solle die monatliche Rate dann nur noch bei zwölf Maschinen liegen.

Zudem verschiebt Boeing die erste Auslieferung des modernisierten Großraumjets 777X nach technischen Problemen jetzt auf Anfang 2021. Der Erstflug ist weiterhin für Anfang kommenden Jahres geplant.

Boeing hatte den Zeitplan für das neue Langstreckenflugzeug bereits im Sommer anpassen müssen. Grund waren und sind Probleme mit dem Triebwerk, das von General Electric gefertigt wird. Noch im Sommer hatte Boeing das Ziel bekräftigt, die ersten 777X-Maschinen Ende 2020 auszuliefern.

Von: hr mit Material von dpa

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