Boeing verschiebt Erstflug der 777X

Jetzt ist es offiziell: Der Erstflug der Boeing 777X verzögert sich wegen Problemen mit den Triebwerken um mehrere Monate. Damit wackelt auch der avisierte Auslieferungstermin an Lufthansa im kommenden Jahr.

Das Bild zeigt eine Animation der Boeing 777-9 in der aktuellen Lufthansa-Livery. © Boeing

Boeing hat den Zeitplan für das neue Langstreckenflugzeug 777X offiziell verschoben. Grund seien Probleme mit dem Triebwerk, das von General Electric gefertigt wird. Der erste Testflug werde Anfang 2020 stattfinden, hieß es. Bislang sollte es bereits diesen Sommer so weit sein.

Das neue Triebwerk vom Typ GE9X muss wegen einer Designänderung an der Kompressorstufe neu zertifiziert werden. Wegen zu hohem Verschleiß an einem Stator müsse dieser durch ein robusteres, neu entworfenes Teil ersetzt werden, hatte General Electric im Juni mitgeteilt

Der Erstflug für die neue Maschine war ursprünglich für Juni geplant. Zuvor hatte Boeing stets bekräftigt, dass es trotz der Probleme beim 737-Max-Programm keine Änderungen im Zertifizierungsprozess der 777X geben werde. Die Easa hatte zwischenzeitlich angekündigt, eine von der US-amerikanischen FAA unabhängige Überprüfung der Zulassung der Boeing 777X durchzuführen.

© AirTeamImages.com, Dipankar Bhakta Lesen Sie auch: Easa prüft Boeing 777X-Zertifizierung eigenständig

Mit dem Erstflug wird sich möglicherweise auch die Indienststellung verschieben, denn Experten gehen davon aus, dass die Testflüge mindestens ein Jahr dauern werden. Dennoch hält Boeing am Ziel, die ersten 777X-Maschinen Ende 2020 auszuliefern, bislang weiterhin fest.

Damit schwindet auch die Wahrscheinlichkeit, dass Lufthansa ihre erste neue 777X wie geplant im kommenden Jahr einflotten kann. Auf airliners.de-Anfrage wollte sich der Kranich zuletzt aber nicht zu Zeitplänen für die Indienstellung äußern.

Lufthansa ist Launch Customer

Die Lufthansa ist einer der Erstkunden für das Flugzeugs und hat 34 der Maschinen mit den "Folding Raked Wingtips" bestellt. Die spezielle Flügelkonstruktion ist aber nicht die einzige X-Neuerung im Vergleich zur bisherigen 777. Die Fenster sind größer und höher angebracht. Zudem wird die Kabine innen rund zehn Zentimeter breiter. Gleichzeitig sollen auch ein höherer Kabinendruck sowie mehr Luftfeuchtigkeit den Aufenthalt an Bord erträglicher machen.

Die 777X ist eine Weiterentwicklung der bisherigen 777, die es in den Varianten -200 und -300 gibt. Vorerst sind zwei Versionen für jeweils 410 und 442 Millionen Dollar Listenpreis geplant: die -8 mit 70 Meter Länge für 350 bis 375 Passagiere, und die -9 mit 77 Metern Länge für 400 bis 425 Passagiere.

© AirTeamImages.com, Denis Roschlau Lesen Sie auch: Lufthansa will bis 2025 sieben Widebody-Modelle ausmustern

Von: dh mit AFP

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