Boeing-Chef rechnet mit Pleite eines großen US-Carriers

Wenn im September staatliche Hilfen auslaufen, dürfte eine große US-Airline auf der Strecke bleiben, sagt Boeing-Chef Calhoun. Der Nachfrageeinbruch im hart umkämpften Markt, lasse kaum einen anderen Schluss zu.

David L. Calhoun ist neuer Boeing-Chef. © Blackstone

Boeing-Chef Dave Calhoun stellt sich darauf ein, dass durch die Corona-Krise eine große US-Airline in diesem Jahr aus dem Geschäft gehen könnte. "Ja, höchstwahrscheinlich", sagte Calhoun auf eine entsprechende Frage in einem Interview des US-Senders NBC.

Im September komme die Nagelprobe für die Fluggesellschaften, argumentierte er. Dann läuft die momentane US-Unterstützung für die Luftfahrt-Industrie bei Gehaltszahlungen aus. Der Luftverkehr werde bis dahin aber nicht einmal ein Viertel des vorherigen Niveaus erreichen, gab Calhoun zu bedenken. "Vielleicht werden wir uns zum Jahresende den 50 Prozent nähern. Also werden die Airlines definitiv Anpassungen machen müssen."

© dpa, Ted S. Warren/AP Lesen Sie auch: Boeing besorgt sich Kapital über Anleihen und kündigt Massenentlassungen an

Das Geschäft von Boeing litt bereits unter der Krise rund um das nach zwei Abstürzen weltweit stillgelegte Flugzeug 737 Max. In der Corona-Krise überdenken Airlines bereits Bestellungen bei Boeing und Airbus, weil sie davon ausgehen, dass es noch Jahre dauern könnte, bis die Nachfrage nach Flugreisen wieder das Niveau von 2019 erreicht.

Von: dk, dpa

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