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USA, Everett: Mitarbeiter von Boeing werden bei der Einfahrt der Boeing-Produktionsstätte kontrolliert und erhalten einen Mundschutz. © dpa / Elaine Thompson/AP

Der US-Flugzeugbauer Boeing geht davon aus, dass die Luftfahrtindustrie sich nur sehr langsam von der Corona-Krise erholen wird. "Wir erwarten, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Reiseaufkommen wieder das Niveau von 2019 erreicht", warnte Boeing-Chef Dave Calhoun die Aktionäre bei der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Wegen der Pandemie konnte die Veranstaltung nur im Internet stattfinden.

Bis die Luftfahrtbranche wieder zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückfinde, dürfe es einige weitere Jahre erfordern, sagte Calhoun. Die Krise sei "anders als alles, was wir jemals erlebt haben" und es sei "schwer einzuschätzen, wann sich die Situation stabilisieren wird".

Zu Maßnahmen wie weiteren Sparprogrammen und Stellenabbau, mit denen Boeing auf die Krise reagieren könnte, äußerte sich der Boeing-Chef zwei Tage vor dem Quartalsbericht nicht konkret.

737-Max-Wiederzulassung verzögert sich weiter

Der Airbus-Erzrivale ist wegen des nach zwei Flugzeugabstürzen mit Startverboten belegten Modells 737 Max ohnehin schon stark angeschlagen, die Folgen der Coronavirus-Pandemie bringen das Unternehmen weiter in Not.

Boeing schöpfte Mitte März angesichts der Krise bereits eine 13,8 Milliarden Dollar (12,8 Milliarden Euro) schwere Kreditlinie vollständig aus. Der Konzern strich zudem Calhoun und Verwaltungsratschef Larry Kellner bis zum Jahresende das Gehalt, auch Dividendenzahlung und Aktienrückkäufe wurden ausgesetzt.

Zum Zeitplan der Wiederzulassung des Krisenjets 737 Max hielt sich der Boeing-Chef bei der Hauptversammlung bedeckt. So hatte unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, dass sich die zur Jahresmitte angestrebte Zertifizierung aufgrund der Corona-Krise weiter verzögern dürfte.

Im Nachgang von Calhouns Ausführungen berichteten US-Medien, dass Boeing zusätzlicher rechtlicher Ärger wegen des Krisenfliegers 737 Max drohe. Der Airbus-Rivale sei nun auch wegen Produktionsmängeln bei dem Modell ins Visier des Justizministeriums geraten, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf Insider. Boeing müsse mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

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Boeing bestätigte die Ermittlungen auf Nachfrage nicht direkt. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass die Probleme bei einer internen Untersuchung entdeckt worden und sofort Maßnahmen ergriffen worden seien. Das Justizministerium äußerte sich zunächst nicht.

Boeing hatte im Februar eingeräumt, dass bei Wartungsarbeiten am nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max Fremdkörper in Treibstofftanks gefunden worden seien. Die gefundenen Teile wurden als "foreign object debris" bezeichnet - demnach könnte es sich um Unrat wie unbeseitigte Metallspäne, Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge oder Lappen handeln.

© Embraer, Lesen Sie auch: Boeing bläst Embraer-Übernahme ab

Zu der am Samstag abgeblasenen Übernahme der Verkehrsflugzeugsparte des Rivalen Embraer sagte Calhoun in dem Gespräch, dass ein Punkt erreicht worden sei, ab dem "Verhandlungen nicht länger hilfreich" gewesen seien. Embraer will Schadenersatz und hat ein Schiedsverfahren eingeleitet.

Dreamliner-Fertigung soll wieder starten

Zumindest eine gute Nachricht hatte Boeing dann doch noch für die Aktionäre: Die aufgrund der Corona-Krise gestoppte Produktion des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" soll rasch wieder anlaufen.

Der Betrieb in den Werken im US-Bundesstaat South Carolina werde bereits am kommenden Wochenende wieder gestartet, teilte der Konzern in North Charleston mit. Boeing hatte die Fertigung am 8. April wegen der Pandemie vorübergehend ausgesetzt. Inzwischen seien verschiedene Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt worden, so das Unternehmen.

Bei Anlegern kam die Ankündigung gut an, die Aktie drehte nachbörslich ins Plus. In der vergangenen Woche hatte Boeing bereits damit begonnen, die Produktion in seinen Fabriken in der Region Puget Sound nahe Seattle im Bundesstaat Washington schrittweise wieder hochzufahren.