Boeing erwägt deutliche Produktionskürzung beim Dreamliner

Boeing steht angeblich vor einer deutlichen Produktionskürzung beim 787-Programm. Offiziell verkünden wird der US-Hersteller die Nachricht wohl bei der Vorlage der Quartalszahlen in der kommenden Woche.

Endmontagelinie der Boeing 787 © Boeing / Josh Drake

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing steht einem Pressebericht zufolge vor tiefen Einschnitten bei der Produktion des 787 Dreamliner. Es werde erwartet, dass Boeing bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal am 29. April auch Massenentlassungen verkünden wird, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" am späten Donnerstagabend unter Berufung auf Insider.

Dreamliner-Produktion soll drastisch sinken

Die Fertigung des 787-"Dreamliners" solle um rund die Hälfte reduziert werden, die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze sei noch offen, hieß es.

Boeing wird in den kommenden Tagen Verhandlungen mit dem US-Finanzministerium beginnen. Die US-Regierung stellt in der Corona-Krise Milliardenhilfen für betroffene Konzerne bereit. Voraussetzung ist aber, dass Unternehmen nach einem Erhalt von Geldern keine Mitarbeiter entlassen. Bislang hat Boeing noch nicht erklärt, ob der Konzern auf die Hilfen zurückgreifen will.

Boeing leidet extrem unter der Corona-Krise, viele Kunden des Airbus-Rivalen kämpfen gegenwärtig um das Überleben. So kann sich zum Beispiel die Lufthansa nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten, wie sie am Donnerstagabend mitteilte.

Dazu kommt für Boeing noch das Problem mit der 737 Max. Wegen eines seit Januar geltenden Fertigungsstopps bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegten Modell ist Boeings Produktion ohnehin schon stark eingeschränkt.

So hat Boeing in der Corona-Krise immer mehr 737-Max-Bestellungen verloren. Im ersten Quartal wurden unterm Strich 314 Aufträge den Problemflieger storniert, hieß es Mitte April. Insgesamt büßte Boeing bis Ende März 307 Flugzeugbestellungen ein, da immerhin einige neue Aufträge für andere Modelle reinkamen.

Von: dpa-AFX, br

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Technik Industrie Boeing Boeing 737 MAX Produktion Boeing 787 Corona-Virus