Boeing 747-8F landet erstmals auf dem Flughafen Hahn

Mit einer Sondergenehmigung durfte jetzt der erste 747-8 Frachtflieger am Flughafen Hahn landen. Hahn-Chef Heinz Rethage sprach anlässlich der Landung von einem historischen Moment für den Airport.

Der erste 747-8 Frachtflieger durfte jetzt am Flughafen Frankfurt-Hahn landen. Flughafen Frankfurt-Hahn
Der erste 747-8 Frachtflieger am Flughafen Frankfurt-Hahn wurde traditionell begrüßt. Flughafen Frankfurt-Hahn

Auf dem Hunsrück-Flughafen Frankfurt-Hahn ist am vergangenen Wochenende erstmals ein Boeing-Großfrachter 747-8 gelandet. Das Flugzeug gehört zur Flotte des US-Kapazitätsanbieters Atlas Air und fliegt regulär als Wet Lease (ACMI – Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) im Liniendienst von Etihad Airways. Die gesamte Aktion war nur mit einer Sondergenehmigung möglich, da der rheinland-pfälzische Airport derzeit noch keine behördliche Zulassung für den ständigen Einsatz des Frachtjumbos 747-8F verfügt. Diese erwarten die Verantwortlichen mit Abschluss einiger Erweiterungsarbeiten auf dem Flughafengelände bis kommenden November.

Bei dem Projekt handelt es sich um einen von der deutschen Tochter des britischen Brokers Air Charter Service veranlassten Bedarfsflug vom Hahn zum brasilianischen Frachtflughafen Viracopos bei Sao Paulo. Anlass war der Transport einer von einem deutschen Hersteller stammenden Anlage zum Entzug von Alkohol aus frisch gebrautem Bier. Das Flüssigkeitstrenngerät kommt im kommenden Jahr anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zum Einsatz, um den Alkoholgehalt des brasilianischen Biers zu verringern. Dies ist eine Auflage des internationalen Fußballverbandes FIFA, nach der nur alkoholfreies Bier innerhalb der Stadien ausgeschenkt werden darf.

Laut Geschäftsführer Stephan Blank von Air Charter Service Deutschland hatte die Sendung ein Gesamtgewicht von 35 Tonnen und war auf 24 Holzkisten verteilt. Weil einige Komponenten sehr sperrig waren, bedurfte es eines Nose Loaders für den Transport. Das sind Frachtflugzeuge der 747-Baureihe, die ihren Bug hochklappen können, damit die Güter von vorne in den Rumpf des Frachters geladen werden können.

Auftraggeber des Chartereinsatzes war Agility Global Integrated Logistics. Hahn-Chef Heinz Rethage sprach anlässlich der Landung des Frachters von einem „historischen Moment für den derzeit in den Schlagzeilen stehenden Airport. Denn die größeren Frachtflieger spielen in unserer Neuausrichtung eine wichtige Rolle“. Er verwies auf die Hahn-Kunden Atlas Air, Nippon Cargo Airlines und die Aserbeidschanische Frachtlinie Silkway, die den Hunsrückflughafen regelmäßig anfliegen.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de

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