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Boeing 737 Max hat ein Simulator-Problem

Piloten können die besonderen Flugeigenschaften der Boeing 737 Max bislang nicht in Simulatoren trainieren. Spezielle Max-Simulatoren hatten einen Fehler. Ohnehin sind die Geräte Mangelware.

Cockpit einer 737 Max der Tui © 2018 Tui

Nach dem Update der Steuerungs-Software für die Boeing 737 Max muss Boeing nun auch die Simulatoren für die neue Generation des Mittelstreckenjets überarbeiten. Der Flugzeughersteller hat nach eigenen Angaben Änderungen an der Software des Flugsimulators für die Maschine vom Typ 737 Max vorgenommen.

Mittlerweile seien Korrekturen fertig und die Nutzer darüber informiert worden, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit. Zudem habe man den Simulatorbetreibern zusätzliche Informationen bereitgestellt, um sicherzustellen, dass das Simulatorerlebnis für verschiedene Flugbedingungen "repräsentativ" sei.

Damit räumte Boeing erstmals ein, dass es zuvor nicht möglich gewesen war, Flüge in der Max adäquat im Simulator abzubilden. Boeing zufolge war die Flugsimulationssoftware nicht in der Lage, bestimmte Flugbedingungen zu simulieren, die denjenigen ähneln, die bei dem Absturz einer 737-Max-Maschine von Ethiopian Airlines im März in Äthiopien oder einer Lion-Air-Maschine des selben Typs im Oktober in Indonesien herrschten.

Nach den beiden Abstürzen wurde ein weltweites Flugverbot für 737-Max-Maschinen verhängt. In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 Max entwickelte Stabilisierungssystem MCAS im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Viele Max-Piloten trainieren auf 737-NG-Simulatoren

Dieses Verhalten oder die Maßnahmen bei einem Ausfall des Systems konnten die Piloten allerdings bislang noch nicht im Simulator trainieren. Zudem gibt es weltweit nur sehr wenige spezielle 737-Max-Simulatoren. Laut FAA-Daten existiert in den USA nur ein einziger Flugsimulator, der speziell auf Flüge mit der 737 Max vorbereitet, und dieser ist im Besitz von Boeing. US-Fluggesellschaften bilden ihre Max-Piloten daher einfach an Simulatoren für die 737 NG, dem Vorgängermodell der 737 Max aus. Die 737 NG verfügt allerdings nicht über das MCAS-System.

© Lufthansa Aviation Training, Lesen Sie auch: A350, 777-9 und 737-Max: Neue Simulatoren bei Lufthansa

Boeing teilte nicht mit, wann das Problem mit den Max-Simulatoren auffiel. Das Unternehmen versicherte allerdings, dass es bei den Veränderungen an der Software eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeite, um sicherzustellen, dass das Pilotentraining ungehindert fortgesetzt werden könne.

Boeing hatte zuletzt mitgeteilt, die Entwicklung eines Updates für die Steuerungs-Software für die Flugzeuge abgeschlossen zu haben. Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Boeing 737 Max wieder fliegen darf. US-Fluggesellschaften rechnen damit, dass die Maschinen ab August wieder abheben dürfen. Am Donnerstag treffen sich Vertreter verschiedener Flugsicherheitsbehörden in den USA, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Von: dh mit dpa, AFP

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