Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines bei Teheran abgestürzt

Eine ukrainische Boeing 737 ist am Mittwochmorgen in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Dabei sollen alle 176 Menschen an Bord ums Leben gekommen sein.

Eine Rettungskraft ist nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine an der Absturzstelle zwischen Trümmern im Einsatz © dpa / Ebrahim Norooz

Nach dem Absturz eines ukrainischen Flugzeugs im Iran hat die ukrainische Regierung den Tod aller Menschen an Bord bestätigt. "Nach vorläufigen Angaben sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder tot", teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Online-Dienst Facebook mit. Die Boeing-Maschine der Fluggesellschaft Ukraine International war am Mittwoch wenige Minuten nach dem um 6:10 Uhr erfolgten Start in Teheran verunglückt. Nach ersten Angaben der Airline befanden sich 176 Menschen an Bord, diese Zahl werde jedoch noch überprüft.

Bei dem Flugzeug handelt es sich laut der Airline um eine Boeing 737-800 mit der Registrierung UR-PSR. Die Maschine war mit dreieinhalb Jahren noch relativ neu, sie wurde nach den "Flightradar24"-Daten erst im Juni 2016 ausgeliefert. Laut Ukraine International Airlines fand die letzte Wartung am 6. Januar statt.

Zur Zahl der Insassen gab es zunächst verschiedene Angaben. Der ukrainische Diplomat Wasyl Kyrylytsch sagte der Nachrichtenagentur AFP, "nach vorläufigem" Stand seien 168 Menschen an Bord der Unglücksmaschine gewesen. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond hatte zuvor von 170 Insassen gesprochen, die Crew eingeschlossen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete dagegen unter Berufung auf einen Flughafensprecher, dass 176 Menschen an Bord gewesen seien - 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna wiederum hatte von 170 Passagieren berichtet.

Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko hatte am Mittwoch bei Twitter mitgeteilt, dass bei dem Absturz auch drei Deutsche ums Leben gekommen seien. Die Bundesregierung geht mittlerweile jedoch davon aus, dass keine Deutschen ums Leben gekommen sind. "Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, nach denen sich deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Iran befinden", hieß es am Mittwochnachmittag aus dem Auswärtigen Amt.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministers stammten die Opfer aus sieben verschiedenen Ländern. 82 seien Iraner gewesen, 63 stammten aus Kanada. Unter den Opfern seien auch Briten, Schweden, Ukrainer und Afghanen. Die Behörden in Kiew kündigten an, die Passagierliste zu veröffentlichen.

Mutmaßlich technische Schwierigkeiten

Laut iranischen Medien stürzte die 737 in der Gegend der Stadt Parand in der Provinz Teheran ab. Die Maschine sei in Flammen aufgegangen. Das Flugzeug habe sich auf dem Weg zur ukrainischen Hauptstadt Kiew befunden.

Mutmaßlich hätten "technische Schwierigkeiten" zu dem Absturz geführt, erklärte ein Sprecher des internationalen Flughafens in Teheran. Der englischsprachige Kanal des iranischen Staatsfernsehens, Press TV, berichtete, das Flugzeug habe nach dem Absturz Feuer gefangen. "Wir kennen die Medienberichte aus dem Iran und sammeln weiter Informationen", teilte der US-Flugzeughersteller Boeing im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Von: hr, afp, dpa

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