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Abfliegende Passagiere machen sich auf den Weg zum Inlandsterminal des Flughafens Brisbane. © dpa

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Der Flughafenverband ADV rechnet nicht mit größeren Folgen für den Flugverkehr durch zusätzliche Bewegungseinschränkungen, die heute von der Politik beschlossen wurden. Die aktuellen Passagierzahlen lägen ohnehin unter zehn Prozent des normalen Aufkommens, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Dienstag der dpa.

Unter den Flugreisenden seien so gut wie keine Touristen mehr. "Das sind alles Menschen, die aus triftigen Gründen und unter schwierigen Bedingungen unterwegs sein müssen." Die Monate Januar und Februar seien ohnehin die schwächsten im gesamten Flugjahr.

Auch der Geschäftsreiseverband VDR reagierte zunächst gelassen. "Wir gehen - Stand jetzt - davon aus, dass eine Geschäftsreise als beruflich bedingter Ortswechsel ein triftiger Grund für ein Verlassen des beschlossenen Radius darstellt, ebenso der tägliche Pendelweg zur Arbeit oder Reisen etwa zwischen zwei Produktionsstätten eines Unternehmens", sagte die Vizepräsidentin des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR), Inge Pirner, dem "Handelsblatt". "Daher schätzen wir die negativen Auswirkungen des Beschlusses auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmen als eher gering ein, zumal die Beschränkungen nur für Hotspots gelten." Zudem hätten die Firmen ihre Reisetätigkeiten bereits seit Wochen auf ein absolutes Minimum heruntergefahren.

Bund und Länder haben sich am Dienstag darauf verständigt, dass in Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern vom Wohnort eingeschränkt werden.

Gelten soll dies für Landkreise mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern - sofern kein triftiger Grund vorliegt, etwa Arztbesuche oder Arbeitswege – tagestouristische Ausflüge zählen nicht dazu. Berufliche Reisen wurden bislang stets als Ausnahmegrund anerkannt.

Luftverkehrsverband sieht neue Test-Regeln für Einreisende kritisch

Die neuen Test-Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten sind dagegen auf heftige auf Kritik der Luftverkehrsbranche gestoßen. Ihr Verband BDL verlangte ein Ende der "kaum zu kontrollierenden Quarantänebestimmungen", wenn künftig zusätzlich zu dem nach fünf Tagen fälligen Corona-Test ein weiterer unmittelbar vor der Einreise verlangt wird. Ein Festhalten an der pauschalen Quarantäne über zehn Tage sei "unverhältnismäßig", sagte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow am Dienstag.

Eine entsprechende Änderung der Quarantäneordnung hin zur "Zwei-Test-Strategie" haben Bund und Länder am Dienstag in einem Paket mit weiteren Abwehrmaßnahmen gegen die Pandemie beschlossen. Der Verband beklagte auch die kurze Frist bis zum kommenden Montag (11. Januar), die den Flugunternehmen keine hinreichende Vorlaufzeit biete, um ihre Prozesse anzupassen.