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Fortschritte beim Suchoi Superjet 100 Bestellungen für russische Narrowbodies

Für Suchoi ist die Luftfahrtmesse in Farnborough bisher gut gelaufen. Am Mittwoch erhielt der russische Flugzeughersteller einen neuen Großauftrag für seinen Superjet 100. Auch das neue russische Modell Irkut MS-21 wurde bestellt.

Suchoi SSJ100 auf der Paris Air Show 2009 © AirTeamImages.com
Suchoi Superjet 100 © AirTeamImages.com
Illustration des russischen Jetprojekts MS-21 © OAK
Suchoi Super Jet © AirTeamImages.com / Derek Pedley

Der russische Flugzeughersteller Suchoi konnte an den ersten drei Tagen der Farnborough International Airshow mehrere Bestellungen für seinen Superjet 100 einsammeln. Bereits am Montag bestellte die indonesische Kartika Airlines 35 Flugzeuge dieses Typs.

Am Mittwoch folgte eine Bestellung von Gazpromavia. Die Fluggesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom unterzeichnete eine Absichtserklärung für eine Bestellung von zehn Superjet 100.

Auch Orient Thai Airlines will den Superjet 100 in ihre Flotte integrieren. Die thailändische Fluggesellschaft unterzeichnete eine Absichtserklärung für 12 Maschinen dieses Typs. Die offiziellen Verträge sollen im Laufe des Jahres unterzeichnet werden. Medienberichten zufolge sollen die Maschinen von 2011 bis 2014 ausgeliefert werden. Später könnten noch einmal 12 Superjets hinzukommen, hieß es weiter.

Darüber hinaus konnte Suchoi am Mittwoch einen Großauftrag von der Pearl Aircraft Corp. verkünden. SuperJet International, ein Joint Venture von Alenia Aeronautica und Suchoi, erhielt einen Auftrag über 30 Suchoi Superjet 100 von dem Leasingunternehmen. Zudem sicherte sich Pearl Aircraft Optionen für 15 weitere Maschinen.

Suchoi Superjet im Zeitplan

Nach diesen erfolgreichen ersten drei Messetagen in Farnborough hofft Suchoi auf weiteres Interesse seitens der Airlines. Der Flugzeughersteller ließ am Mittwoch verlauten, er hoffe seine Auftragsstatistik bis zum Jahresende um weitere 60 Einheiten des Superjets aufstocken zu können. Dabei rechnet Suchoi vor allem mit Kunden aus Afrika und Lateinamerika.

Der Zeitplan des Superjet-Programms musste bisher mehrmals verschoben werden. Hintergrund waren Probleme mit den Triebwerken. Der Suchoi Superjet soll Antrieben des Typs SaM146 von PowerJet, einem Gemeinschaftsunternehmen von Snecma und NPO Saturn, ausgerüstet werden.

Anfang Juli hatten russische Medien über eine erneute Verzögerung des Programms aufgrund wiederholter technischer Probleme, auch mit den Triebwerken, berichtet, was von Suchoi umgehend dementiert wurde. Eine Unternehmenssprecherin erklärte Anfang des Monats gegenüber „Bloomberg“, die Auslieferungszeitpläne seien nicht verschoben worden.

Erstkunde Aeroflot soll den ersten Superjet bis zum Ende des Jahres erhalten. Im kommenden Jahr will Suchoi dann insgesamt 15 Maschinen an die Kunden übergeben. Derzeit befinden sich nach Angaben der „FlugRevue“ sechs Flugzeuge in der Endmontage.

Großauftrag für MS-21

Auch das russische Luftfahrtkonsortium OAK, zudem unter anderem Suchoi und Irkut gehören, konnte einen Auftrag verbuchen. Ilyushin Finance unterzeichnete am Dienstag eine Absichtserklärung über den Kauf von 28 Einheiten des in der Entwicklung befindlichen Jets MS-21. Zudem wurden Optionen für 22 weitere Maschinen vereinbart.

Die Auslieferung der Maschinen soll zwischen 2019 und 2022 erfolgen. Ilyushin Finance äußerte allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, "es bleibt noch viel Arbeit zu tun", bevor ein verbindlicher Kaufvertrag unterschrieben werden könne.

Außerdem hat OAK auf der Messe einen Auftrag von dem malaysischen Unternehmen Crecom Burj Resources über 50 MS-21 erhalten, die ab 2016 geliefert werden sollen. VEB-Leasing unterzeichnete ebenfalls eine Absichtserklärung über 15 Maschinen, mit einer Option auf 15 weitere.

Der Erstflug der MS-21 ist bislang für Ende 2014 geplant. Die Maschine soll in drei Versionen gebaut werden, die Platz für 150, 181 und 212 Passagiere bieten sollen.

Dies bedeutet eine neue Konkurrenz für Airbus und Boeing. Denn sowohl die MS-21 als auch der Suchoi Superjet 100 tritt in den bisher von den beiden großen Herstellern dominierten Markt für Mittelstreckenjets in dieser Größenordnung.

Von: airliners.de

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