Berliner Politik erwägt, BER einen Monat früher zu öffnen

Erst zehn Jahre zu spät und jetzt vier Wochen früher als geplant? Für die BER-Eröffnung soll es "zeitliche Reserven" geben. Das könnte im Spätsommer wichtig werden, wenn der Flughafen Tegel im Juni tatsächlich für immer schließen sollte.

Der zentrale BER-Vorplatz: Ab Ende 2020 soll hier mehr los sein. © airliners.de / David Haße

Der neue Hauptstadtflughafen BER könnte laut Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz aufgrund der Corona-Krise bereits einen Monat früher als geplant eröffnet werden. Offiziell geplant ist bisher der 31. Oktober diesen Jahres als Starttermin. Es gebe zeitliche Reserven, sagte der SPD-Politiker laut "Tagesspiegel" im Abgeordnetenhaus.

Zuvor hatte sich der Chef der Flughafengesellschaft (FBB), Engelbert Lütke-Daldrup, skeptisch gezeigt, dass der Flughafen Tegel nach der für Juni angestrebten Schließung aufgrund des Passagiereinbruchs in der Corona-Krise überhaupt noch einmal öffnet. Für die Zeit von Juni bis Ende Oktober müsste dann sämtlicher Flugverkehr der Hauptstadt über den alten Schönefelder Flughafen abgewickelt werden. Der wiederum könnte bei wieder steigenden Passagierzahlen Spätsommer schnell zu klein sein. Die Berliner Opposition fordert auch deshalb, Tegel offenzuhalten, was Kollatz zurückwies.

Aufsichtsrat berät finanzielle Situation

Die hohen Kosten des Weiterbetriebs von Tegel macht diesen für die FBB unattraktiv. Die Corona-Krise verschärft die Geldprobleme der staatlichen Betreibergesellschaft. Der Aufsichtsrat berät am heutigen Freitag in Schönefeld über den Jahresabschluss 2019 und den künftigen Finanzbedarf. Vorwürfen der Opposition, dass die FBB faktisch pleite sei, widersprach die Landesregierung zuvor entschieden.

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Lesen Sie auch: Tegel-Wiedereröffnung hängt von Passagierzahlen ab

Im vergangenen Jahr gab es an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld mit 35,6 Millionen so viele Fluggäste wie nie zuvor. Wie in den Vorjahren dürfte aber der BER die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH in die roten Zahlen gedrückt haben.

Im Businessplan von 2021 bis 2024 klafft eine Finanzlücke von 792 Millionen Euro. Weil in der Corona-Krise kaum noch jemand fliegt, möchte das Unternehmen außerdem eine Finanzspritze von bis zu 300 Millionen Euro - was etwa zwei Dritteln des Jahresumsatzes entspricht.

Von: dk mit dpa

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