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"Routendiskussion darf nicht zur Flughafendiskussion werden" Berliner Fughäfen für differenzierte BBI-Abflugrouten

Im Streit um die Festlegung der BBI-Abflugrouten haben die Berliner Flughäfen vor einer generellen "Flughafendisussion" gewarnt. Der wirtschaftliche Betrieb des zukünftigen Flughafens stünde nicht im Widerspruch zu einer mehrheitsfähigen, lärmoptimierten Flugroutenplanung. So könnten sich die Abflugrouten im Tagesverlauf je nach Kapazitätsbedarf unterscheiden.

Entwurf der BBI-Abflugrouten für die Bahnen 25, Stand 08.10.2010, die eingezeichneten Linien geben lediglich eine Grobplanung wieder. © DFS

Vor dem Hintergrund des andauernden Streits um die Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (Arbeitsname BBI, späterer 3-Letter-Code BER) haben die Berliner Flughäfen die Notwendigkeit eines unabhängigen Parallelbetriebs auf beiden Start- und Landebahnen bekräftigt.

Die Optimierung des Lärmschutzes und der wirtschaftliche Betrieb des Flughafens würden sich dabei nicht ausschließen, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz am Mittwochabend in Berlin. Wichtig sei vielmehr, in der Fluglärmkommission eine exakt auf den neuen Flughafen und dessen Umfeld zugeschnittene Lösung zu finden und diese dann auch schnell gemeinsam mit der Flugsicherung festzulegen.

Als mehrheitsfähig könnte sich dabei laut Schwarz beispielsweise die Möglichkeit erweisen, mehr als nur eine Abflugvariante zu definieren. Bislang wurde immer nur die Einführung einer einzigen Variante diskutiert, die auf spezielle Separationsvorgaben für Parellelstarts ausgelegt war. Diese hätte dann auch zu verkehrsarmen Randzeiten gegolten, zu denen gar nicht parallel gestartet worden wäre.

Die Regelungen der ICAO, wonach parallel startene Flugzeuge gleich nach dem Start um mindestens 15 Grad voneinander abgewinkelte Flugrouten fliegen müssen, hatte im Süden der Stadt zu heftigen Protesten gegen die geplanten Flugrouten nach einem Start in westliche Richtung geführt.

"Routendiskussion darf nicht zur Flughafendiskussion werden"

Die aktuelle Flugroutendiskussion sei berechtigt, sie dürfe aber nicht als Flughafendiskussion geführt werden, betonte Schwarz. Zudem ergäbe sich aus dem abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren ein Rechtsanspruch auf Parallelstarts am BBI. Der neue Flughafen sei von vornherein für einen unabhängigen Betrieb auf parallelen Startbahnen ausgelegt gewesen.

Sollten Flugzeuge am BBI nun doch nicht auf beiden Bahnen unabhängig operieren dürfen, fiele der Single-Airport in den Spitzenstunden am Morgen und am Abend hinter die derzeitigen Kapazitäten von Tegel und Schönefeld zurück. Das beträfe auch die Drehkreuzfunktion, die Air Berlin bereits heute in Tegel aufbaue. Mit der Inbetriebnahme des BBI wolle die Airline, die ab 2012 Oneworld-Mitglied wird, ihren Hub in Berlin weiter ausbauen.

Link: Flugrouten-Sonderseiten der Berliner Flughäfen

Link: DFS - Entwurf der Flugrouten (Stand 08.10.2010), PDF

Link: Alles zum Thema BBI im airliners.de-Thema

Von: airliners.de mit dapd

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