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Berliner Flughafengesellschaft braucht Millionen und baut Arbeitsplätze ab

Die Berliner Flughafengesellschaft (FBB) benötigt weitere Finanzhilfen und verschärft ihren Sparkurs. Etwa 400 Arbeitsplätze fallen weg. Die BER-Eröffnung steht, findet aber im kleineren Rahmen statt. Zwei Airlines werden zeitgleich am neuen Hauptstadtflughafen landen.

Bauarbeiten am Flughafen Berlin Brandenburg © airliners.de / Andreas Sebayang

In der schweren Krise der Luftfahrt verschärft die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft ihren Sparkurs. "Wir werden in den nächsten Jahren etwa 400 Arbeitsplätze abbauen", kündigte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung an.

Dies solle sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Bei dem staatlichen Unternehmen werden danach noch 1700 bis 1800 Menschen arbeiten.

Schon vor der Corona-Krise war klar gewesen, dass die Flughafengesellschaft nach der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER Personal abbauen würde. Denn mit Tegel wird im November einer der beiden Flughafen-Standorte aufgegeben. In diesem Jahr sinke die Mitarbeiterzahl um 124, sagte Lütke Daldrup.

Sparkus wird verschärft

Nun wird der Sparkurs verschärft. Zwischen 50 und 60 Millionen Euro würden im Unternehmen eingespart. Im nächsten Jahr sollen es 200 Millionen Euro sein. Gleichzeitig benötige das Unternehmen für 2021 Hilfe in Höhe von 375 Millionen Euro von seinen Eigentümern, sagte Lütke Daldrup. Das sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Derzeit fliegen an den Flughäfen Tegel und Schönefeld etwa 30.000 Passagiere am Tag, das sind etwa 25 bis 30 Prozent der Vorjahreszahl. "Wir erwarten zum Herbst eher wieder leicht rückläufige Zahlen", sagte der Geschäftsführer.

Grund seien zunehmende Reisewarnungen und die Entscheidung von Bund und Ländern zu verschärften Quarantäne-Regeln und zum Ende von kostenlosen Corona-Tests an den Flughäfen.

Lufthansa und Easyjet landen als erste am BER

Bei der Inbetriebnahme des BER sei man auf einem guten Weg, versicherte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider. "Wir können unser Wort halten", so Bretschneider weiter. Anders als zum Eröffnungstermin 2012 soll es kein großes Fest mit Tausenden Gästen geben. Das war nach der Geschichte von Baumängeln und abgesagten Eröffnungsterminen ohnehin nicht vorgesehen, nun beschränkt die Corona-Krise die Möglichkeiten.

"Es wird eine kleine Veranstaltung sein", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, dessen Unternehmen den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund gehört. Erwartet würden "die Spitzen der Gesellschafter, der Aufsichtsrat und einige weitere Prozesspartner". Auch der Abschied vom Flughafen Tegel am 8. November werde kleiner ausfallen als gedacht, so der Flughafenchef.

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: So plant die Berliner Flughafengesellschaft den Umzug an den BER

Lufthansa und Easyjet werden die ersten sein, die Passagiere zum neuen Hauptstadtflughafen BER bringen. Maschinen der beiden Fluggesellschaften sollen am 31. Oktober gleichzeitig auf den beiden Landebahnen aufsetzen und am neuen Terminal in Schönefeld andocken, kündigte die Flughafengesellschaft am Freitag an. Die ersten Starts solle es am nächsten Tag durch Easyjet geben.

Von: br mit Material von dpa und dpa-AFX

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