Berlin und Brandenburg vor neuer ILA-Vereinbarung

Berlin und Brandenburg haben sich auf die Grundlagen für eine Fortführung der Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld geeinigt. Der Kompromiss sieht eine neue Kostenaufteilung vor - und weniger Flugvorführungen.

Besucher auf der ILA 2016. © dpa / Wolfgang Krumm

Die ILA kann vorerst wohl doch in Schönefeld bleiben. Berlin und Brandenburg haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur grundlegend darüber geeinigt, die erwarteten Verluste künftig gemeinsam zu tragen. Dies waren die entscheidenden Streitpunkte bei der Frage, ob es nach der nächsten Messe 2020 noch weitere Ausgaben geben kann.

"Nach unserem Kenntnisstand haben sich Berlin und Brandenburg auf einen Letter of Intent verständigt", sagte Volker Thum, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). "Damit ist die Grundlage für eine Rahmenvereinbarung zur Durchführung der ILA von 2022 bis 2030 geschaffen."

Kosten werden neu aufgeteilt

Die ILA Berlin Air Show ist die "Hausmesse" des BDLI. Bis zur ILA 2020 gibt es einen Vertrag mit der Messe Berlin, die das Messegelände zur Verfügung stellt und die wirtschaftliche Verantwortung trägt. Bislang musste damit Berlin damit über seine Messegesellschaft mehr oder weniger allein für die defizitäre Leistungsschau geradestehen. Berlin ist dazu nicht mehr bereit, da vor allem die Luftfahrtindustrie in Brandenburg profitiert.

Nun wollten Berlin und Brandenburg halbe-halbe machen, ist zu hören. Indes erwarten die Partner dem Vernehmen nach auch, dass der BDLI einen Teil der Last trägt, indem er etwa bei Zahlungen für Markenrechte Abstriche macht.

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Streit um ILA-Finanzierung geht in entscheidende Phase

Die Luftfahrtmesse lockt alle zwei Jahre Zehntausende Privat- und Fachbesucher nach Schönefeld. Fluggesellschaften besiegeln dort Millionengeschäfte.

Sollte im Herbst 2020 mit neun Jahren Verspätung tatsächlich der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen, müsste die ILA nämlich ein neues Gesicht bekommen. Denn das Ausstellungsgelände liegt am Rand des BER-Areals direkt an der neuen Start- und Landebahn. Besucher müssen sich daher darauf einstellen, dass es ab 2022 weniger Flugvorführungen gibt.

Von: dh mit dpa

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