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Die Zukunftsplanungen für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia treten offenbar in eine heiße Phase: Welche Airlines als Teilhaber einsteigen und bei der Sanierung mitwirken, soll sich laut Presseberichten spätestens in der kommenden Woche entscheiden.

Demnach tagt bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft FS (Ferrovie dello Stato) am 23. und 29. Januar der Verwaltungsrat, um einen Investorenplan zu verabschieden. Die FS haben die bei der Schaffung einer "neuen" Alitalia auf Wunsch der italienischen Regierung im Oktober die Federführung übernommen.

Im Vorfeld sei die Eisenbahngesellschaft in entscheidende Gespräche mit potenziellen Investoren getreten. Dazu sollen neben der Lufthansa Group und Easyjet auch Delta Air Lines und Air France/KLM zählen.

Bahngesellschaft sucht Airlines als Co-Investoren

Delta und Air France/KLM, die ein Joint-Venture betreiben, werden laut der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" dabei mittlerweile als Favoriten der Regierung gehandelt. Sie hätten vergangene Woche bei Gesprächen in Atlanta die Übernahme von je 20 Prozent an Alitalia angeboten.

Air France/KLM hatte im vergangenen Jahr mehrmals erklärt, kein Interesse an einem Einstieg bei Alitalia zu haben. Die aktuellen Berichte will der Konzern nicht kommentieren, teilte er auf Anfrage von airliners.de mit.

25 bis 30 Prozent wollen demnach die FS selbst erwerben, 15 Prozent könnte der Staat halten, wenn er einen Teil des Überbrückungskredits nicht von Alitalia zurückfordert, sondern umwandelt. Die restlichen 15 bis 20 Prozent müssten durch andere Investoren abgedeckt werden.

Lufthansa lehnt staatliche Beteiligung weiter ab

Parallel laufen dem Bericht zufolge aber auch mit der Lufthansa Group wieder Gespräche - dreimal habe man sich seit letzter Woche in Frankfurt getroffen. Beim Lufthansa-Konzern will man diese Treffen weder bestätigen noch dementieren: Man beteilige sich nicht an Spekulationen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage von airliners.de.

In Sachen Alitalia habe sich an der Position der Lufthansa seit Ende Oktober nichts geändert, so der Sprecher weiter. Damals erklärte Konzernchef Carsten Spohr "Wir wären sicher nicht daran interessiert, Co-Investor der Regierung zu sein bei einer Fluggesellschaft, die restrukturiert werden muss."

Damit erteilte er einer Neuordnung unter staatlicher Beteiligung eine Absage. Laut "Il Sole 24 Ore" besteht die Lufthansa Group nun zwar weiterhin darauf, mindestens 51 Prozent der Anteile zu bekommen, könnte sich aber mit einem Einstieg der FS arrangieren.

Tausende Jobs könnten entfallen

Sollten Delta und Air France/KLM das Rennen machen, ist jedoch gleichfalls mit Einschnitten bei Alitalia zu rechnen: Die Flotte soll laut Bericht von 118 auf 110 Flugzeuge verkleinert werden, von bisher knapp 12.000 Stellen würden 2000 bis 3000 entfallen.

Das wären weniger dramatische Kürzungen, als sie Lufthansa mit bis zu 4000 Stellenstreichungen geplant haben soll. Doch Konflikte mit Öffentlichkeit und Gewerkschaften wären auch damit abzusehen. Die Gewerkschaft "Filt CGIL" schlug am Wochenende bereits Alarm: "Wir erwarten eine sofortige Absage der Regierung an mögliche Entlassungen bei Alitalia", forderte sie in einer Stellungnahme.

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