airliners.de Logo
Airbus A319 der Air Serbia © AirTeamImages.com / Paul Quinn

Die serbische Regierung soll die Beteiligung der arabischen Airline Etihad an der maroden Air Serbia einem Medienbericht zufolge mit großzügigen Subventionen unterstützen. Die Belgrader Zeitung «Danas» meldete eine solche Förderung am Wochenende unter Berufung auf den früheren Regierungschef Zoran Zivkovic. Demgegenüber betonte ein Etihad-Sprecher, Etihad erhalte «weder direkt noch indirekt» Hilfsgelder von der Belgrader Regierung.

Belgrad zahle seit dem Einstieg des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad im vergangenen Jahr in die frühere JAT, berichtete Zivkovic, dem der bisher streng geheim gehaltene Vertrag vorliegen soll. Die genaue Höhe der Förderung fehle jedoch in dem Vertrag, den die Zeitung als Faksimile abdruckte. Etihad hält an der von JAT in Air Serbia umbenannten Fluglinie 49 Prozent, der serbische Staat 51 Prozent.

Unterdessen kann Etihad nach «Focus»-Informationen mit der Genehmigung der EU-Kommission für seine Anleihe über 300 Millionen Euro bei Air Berlin rechnen. Der zuständige Kommissar Siim Kallas habe keine Bedenken, berichtete das Magazin. «Die Verhältnisse bei Air Berlin sind derzeit nach meinem Kenntnisstand vereinbar mit deutschem und europäischem Recht», zitierte der «Focus» zudem den deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger.

Die Lufthansa hatte auf das weitere Vordringen der staatlich gestützten Etihad in den europäischen Markt empfindlich reagiert und die EU-Kommission angerufen. Die Brüsseler Behörde müsse endlich Schutz vor unfairem Wettbewerb bieten, hieß es. Die Araber ihrerseits drohten mit Auftragsstornierungen beim europäischen Flugzeugbauer Airbus, sollten sie nicht noch mehr Landerechte erhalten.

Die Berichte aus Belgrad dürften die Diskussion um die Subventionsvorwürfe weiter befeuern. Allerdings hatte Etihad bereits Ende Juni diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Fluggesellschaft habe Startkapital von der Regierung Abu Dhabis als ihrem Aktionär erhalten, hatte Konzernchef James Hogan der Tageszeitung «Die Welt» versichert. Das Geld werde zu gegebenem Zeitpunkt zurückerstattet.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Etihad weist Subventionsvorwürfe zurück