BER-Untersuchungsausschuss befasst sich mit Korruptionsverdacht

Mit dem neuesten Korruptionsverdacht am Berliner Hauptstadtflughafen BER beschäftigt nun auch der Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus.

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Hauptstadtflughafen, Martin Delius (Piratenpartei). © dpa / Britta Pedersen

Der jüngste Korruptionsfall am Berliner Hauptstadtflughafen BER wird den Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschäftigen.

Der Ausschussvorsitzende Martin Delius (Piratenpartei) sagte dem Radiosender RBB am Freitag, der Ausschuss werde nach den neuesten Erkenntnissen "genauer auf neu eingestellte Leute gucken" und auch die angeblich in den Fall verwickelte Firma Imtech näher beobachten. Auch der derzeitige Flughafenchef Hartmut Mehdorn müsse genauer darlegen, wie er mit der Affäre umzugehen gedenke, forderte Delius.

"Herr Mehdorn muss erklären, was er da gemacht hat", sagte Delius. Der scheidende BER-Chef war erst nach dem mutmaßlichen Korruptionsfall angetreten. Den betreffenden Mitarbeiter entließ Mehdorn nach eigenen Angaben direkt nach Aufnahme seiner Tätigkeit, allerdings aus einem anderen Grund. Im Fernsehen des RBB versicherte Mehdorn zudem am Donnerstagabend, der Flughafengesellschaft sei durch den mutmaßlichen Bestechungsfall kein finanzieller Schaden entstanden.

An dem nach Informationen der "Bild am Sonntag" ebenfalls in den Fall verwickelten Unternehmen Imtech hält Mehdorn jedoch mit Verweis auf dessen Umstrukturierung bis heute fest. "Imtech ist runderneuert", sagte Mehdorn. Delius zweifelte indes an der Verlässlichkeit des Unternehmens und forderte weitere Bemühungen, die Transparenz der Vergabe- und Abwicklungsstrukturen am künftigen Hauptstadtflughafen zu verbessern. Wie viel Geld momentan an welche Unternehmen gezahlt werde, sei dem Ausschuss nicht ersichtlich, klagte Delius.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sie wegen des Verdachts schwerer Bestechung und Bestechlichkeit am BER Ermittlungen gegen fünf Verdächtige aufgenommen habe. Dabei soll ein früherer Bereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB einen "größeren Betrag" Bestechungsgeld von vier Mitarbeitern einer für den BER tätigen Baufirma akzeptiert haben. Die FBB erklärte, sie unterstütze die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und behalte sich rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Mitarbeiter vor.

Von: AFP, dpa

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