BER: Mehdorn konkretisiert Pläne für Soft Opening

Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den neuen Hauptstadtflughafen in Etappen eröffnen und hat jetzt Details genannt. Zugleich will der Manager Berlin-Tegel dauerhaft offen halten.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn spricht am 05.06.2013 in Berlin bei der Sitzung des Bauausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus zum Stand der Arbeiten am neuen Hauptstadtflughafen. © dpa / Ole Spata

Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat in einem Interview seine Pläne für eine Teileröffnung des Berliner Großflughafens BER konkretisiert. "Wir überlegen, zum Jahresende mit einem Probebetrieb am Pier Nord zu starten, sagte Mehdorn dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Sonntag. Möglich wäre ein Teilbetrieb "nur mit zwei kleinen Airlines, 1.500 Fluggästen, sechs oder acht Flugzeugen am Tag." So könne man testen, wie etwa die Gepäckabfertigung funktioniere.

Bereits Ende Mai wurde Easyjet als möglicher Umzugskandidat gehandelt. Bei der zweiten Airline soll es sich Gerüchten zufolge um Norwegian handeln.

Auch bei einer Teileröffnung werde es noch den einen, großen Umzugstermin geben, sagte Mehdorn weiter. Der Prozess solle aber entzerrt werden. Er persönlich glaube nicht, dass es möglich sei, "BER von null auf hundert in einer Sekunde zu starten", fügte Mehdorn hinzu.

Die Inbetriebnahme des Flughafens wurde bislang vier Mal verschoben - zuletzt im Januar. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutz-Anlage. Ein neuer Eröffnungstermin soll im Herbst genannt werden.

Widerstände aus der Politik gegen die Teileröffnung wies der Manager zurück: "Das wird eine Entscheidung der Geschäftsführung sein und kein politischer Beschluss." Der Vorschlag einer Teileröffnung war auf ein geteiltes Echo gestoßen - auch beim Airlineverband BDF.

Zu einem von ihm selbst ins Rennen gebrachten Weiterbetrieb in Tegel erklärte Mehdorn nun: «Ich leiste einen Diskussionsbeitrag, entscheiden wird das die Politik.» Allerdings gebe es keine Hauptstadt dieser Welt, die nur zwei Landebahnen habe. «Genau das wird bei uns aber der Fall sein, wenn der ganze Verkehr über BER abgewickelt wird.» Man brauche eine dritte Landebahn als Notfallreserve.

Von: AFP, dpa, airliners.de

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