BER-Kabeltrassen sollen im Juli fertig werden

Im April plant man am BER mit der Fertigstellung der Brandmeldenanlage. Die Kabeltrassensanierung soll im Juli beendet sein. Flughafenchef Lütke Daldrup räumt aber Risiken ein. Beim Terminal 2 verdoppeln sich die Kosten.

Rauchmelder am BER © dpa / Bernd Settnik

Die Kabeltrassen auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER werden voraussichtlich erst im Juli fertiggestellt. Und dabei gebe es noch etliche Risiken, räumte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags ein. Bei der immer noch unfertigen Brandmeldeanlage hofft Lütke Daldrup auf eine Fertigstellung mit Prüfergebnis bis zum April. "Auch dabei gibt es noch einen möglichen Risikozuschlag", sagte der Flughafenchef.

Damit gerät der Zeitplan für die geplante Eröffnung im Herbst 2020 weiter unter Druck. Denn erst nach der Fertigstellung können die gefürchteten Wirkprüfungen beginnen, die zeigen müssen, dass alle Anlagen im Zusammenspiel funktionieren. Und bis zum Herbst muss den Baubehörden die komplette Fertigstellung angezeigt werden, damit der Flughafen ein Jahr später starten kann.

Kosten für Terminal 2 verdoppelt

Lütke Daldrup räumte auch Fehler bei der Planung des Terminals 2 ein, in dem wegen steigender Fluggastzahlen nach der Inbetriebnahme des Hauptterminals jährlich sechs Millionen Passagiere vornehmlich der Billigflieger abgefertigt werden sollen.

Dieses Terminal solle im Sommer 2020 im Rohbau fertig sein, sagte der Flughafenchef. Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" sollen sich die Kosten für das Terminal auf 200 Millionen Euro verdoppeln. Dazu äußerte sich Lütke Daldrup trotz Nachfragen der Abgeordneten nicht. Er verwies aber darauf, dass es eine Steigerung bei den Baukosten gegeben habe. Auch die Beauftragung eines Generalunternehmers habe zu einem Aufschlag geführt.

Als Konsequenz aus den Fehlern bei der Planung des Terminals 2 solle für den bereits ins Auge gefassten Terminal 3 eine Projektgesellschaft eingesetzt werden, sagte Lütke Daldrup. Von solch einer unabhängigen Gesellschaft erwarte man eine bessere Planung. "Wir wollen ja aus unseren Fehlern lernen", sagte der Flughafenchef.

Brandenburger Politiker fordern Ausbau der BER-Anbindung>/h2>

Angesichts der wachsenden Fluggastzahlen forderten Kommunalpolitiker bei einer Anhörung in dem Ausschuss einen Ausbau der Verkehrswege rund um den künftigen Hauptstadtflughafen BER. Dringend notwendig sei insbesondere ein Ausbau der Autobahn 113 und der Bau weiterer Anschlussstellen, sagte der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD).

Auch der Regionalbahnverkehr nach Südbrandenburg müsse verstärkt werden. Dazu gehöre insbesondere der durchgehend zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Königs Wusterhausen und Cottbus, unterstrich Loge. Unterstützt wurden die Forderungen von der Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke).

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Zuvor hatte der Verkehrsexperte Bertram Teschner sein Gutachten zu erwarteten Verkehrsengpässen in der Flughafenregion im Ausschuss vorgestellt. Neben einer Steigerung der Fluggastzahlen auf 55 Millionen jährlich bis zum Jahr 2050 sei auch ein Anwachsen der Einwohnerzahl in der Region um den Flughafen zu erwarten, sagte Teschner. Hinzu kämen mindestens 135.000 neue Arbeitsplätze in der Region. Daher müssten die Autobahnen A100, A113 und A10 sowie der Bahn- und Busverkehr so schnell wie möglich ausgebaut werden, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden.

Von: dpa, br

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