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BER startet mit überdimensionierter Gepäckanlage

Mit der Inbetriebnahme des BER wird in Berlin erstmals das Gepäck-Handling in einem hohen Maße automatisiert und beschleunigt. Egal ob Gesamtkapazität oder Zwischenspeicher - nach dem Aus von Air Berlin ist die Anlage überdimensioniert.

Kontrollmonitore befinden sich an jedem Gepäckförderband. © airliners.de / Andreas Sebayang

Der Flughafen Berlin Brandenburg wird eröffnet und mit dem Terminal 1 geht auch eine Gepäckförderanlage an den Start. Im zu ersetzenden Flughafen Tegel gab es eine solche nicht. Dort wurde so gut wie das komplette Gepäck-Handling per Hand erledigt, was nicht selten zu Verzögerungen führte. Vor allem den Umsteiger-Betrieb machte das Fehlen einer Sortieranlage zur manuellen Mammut-Aufgabe, die sich Air Berlin dennoch jahrelang antat.

Auch wenn Air Berlin nicht mehr existiert und damit derzeit kein Airline-Kunde an den Berliner Flughäfen Umsteigergepäck in großen Mengen zum Handhaben aufgibt, ist der BER nun für einen Drehkreuz-Betrieb ausgelegt. Im Terminal 1 des BER arbeitet nun eine weitestgehend automatische Gepäcksortieranlage, die laut der Flughafengesellschaft die Arbeit für die Bodenverkehrsdienstleister deutlich vereinfachen soll. Auch Sonderfälle werden mit der Anlage leichter beherrschbar.

Wirklich neu ist die Anlage allerdings nicht mehr. Sie war schon für die abgesagte Eröffnung 2012 bereit und wurde zwischendurch in regelmäßigen Abständen hochgefahren, um sie betriebsfähig zu halten. Abseits dieser Testläufe ist sie aber praktisch ungenutzt und damit "wie neu", auch wenn die Technik nicht in allen Teilaspekten "up-to-date" ist.

Sortierleistung auf 75 Prozent des Niveaus von Frankfurt

Dennoch, die Leistung der Anlage ist, vor allem im Vergleich zu anderen Flughäfen, hoch. Bis zu 15.000 Gepäckstücke pro Stunde kann die Anlage im Terminal 1 sortieren. Das geschieht über insgesamt rund 8000 Meter lange Förderbänder. Angaben zum Terminal 2, der vorerst wegen Corona nicht eröffnet wird, machte die Flughafengesellschaft nicht. Aber auch hier wurde eine neue Anlage installiert.

Zum Vergleich: Frankfurt Airport schafft 20.500 Gepäckstücke je Stunde. Dort müssen allerdings große Distanzen - auch zwischen den Terminals und dem Flughafenbahnhof - zurückgelegt werden, sodass Frankfurt 80 Kilometer Förderbänder hat. Die Zeit vom Check-in zum Transportfahrzeug ist hier weniger relevant. Wichtig ist, dass das Gepäck für Umsteiger binnen 45 Minuten einen neuen Flieger erreicht.

Von: Andreas Sebayang

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