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BER-Aufsichtsrat genehmigt Staatshilfen

Die Verkehrszahlen an den Berliner Flughäfen brechen durch die Coronakrise ein. Die BER-Gesellschafter stimmen staatlicher Unterstützung zu. Flughafenchef Lütke Daldrup hält am Eröffnungstermin fest und verlängert seinen Vertrag.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. © dpa

Der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft hat staatlichen Hilfen für die Hauptstadtflughäfen aufgrund der Corona-Krise zugestimmt. "Der Aufsichtsrat hat diese Unterstützung klar zum Ausdruck gebracht, und auch die Gesellschafter werden uns unterstützen", sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Sitzung des Gremiums.

Konkrete Zahlen zur Höhe der Hilfen nannte er nicht. Die Passagierzahlen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel waren Lütke Daldrup zufolge im Laufe dieser Woche um rund drei Viertel im Vorjahresvergleich eingebrochen. Entsprechend hoch seien die erwarteten Umsatzeinbußen.

Eröffnungstermin bleibt bestehen

Am Fahrplan für die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER ändere sich indes nichts, betonte Lütke Daldrup. Allenfalls müsse der Probebetrieb - das sogenannte Orat-Programm - angepasst werden, bei dem Tausende Komparsen von Ende April an die Abläufe am neuen Flughafen testen sollen. "Wir werden vielleicht die Anzahl der Personen, die an dem Testbetrieb teilnehmen, verringern", sagte Lütke Daldrup. "Wir werden den Testbetrieb auch ein bisschen mehr elektronisch organisieren."

© FBB, Lesen Sie auch: Orat - das komplexe Programm rund um eine Flughafeneröffnung

Es spreche im Moment einiges dafür, dass der Flughafen beim Start im Herbst mit einem geringeren Verkehrsaufkommen zu rechnen habe, sagte Lütke Daldrup. "Das wird natürlich auch die Inbetriebnahme insgesamt vereinfachen, weil wir nicht unter Volllast eröffnen müssen."

Tüv-Prüfer verlassen Bausstelle - Zeitplan bleibt

Lütke Daldrup betonte, dass weiterhin bis Ende März alle bauordnungsrechtlich notwendigen Mängel abgearbeitet würden, damit der Tüv seine Berichte darauf aufbauen könne. Zuvor war bekannt geworden, dass einige Tüv-Mitarbeiter aufgrund von Sars-CoV-2 nicht mehr auf der Baustelle arbeiteten. Das ändere am Zeitplan aber nichts, hieß es.

Nach Tüv-Angaben ist das eine Vorsorgemaßnahme, um Infektionen zu vermeiden. Die Kollegen erledigten ihre Arbeit im Homeoffice, etwa Dokumentationen und Berichterstellungen. "Aktuell entsteht dadurch kein Zeitverzug für unsere Tätigkeiten am BER", sagte ein Tüv-Sprecher vor dem Ende der Aufsichtsratssitzung.

Lütke Daldrup verlängert Vertrag

Nach der Sitzung verkündete Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider zudem, dass Lütke Daldrup seinen Vertrag als Flughafen-Chef um ein Jahr verlängern werde. Der Kontrakt wäre im März 2021 ausgelaufen, nun bleibt er ein Jahr länger im Amt. "Wir wollen Kontinuität, wir wollen Sicherheit über den Termin der Inbetriebnahme hinaus", sagte Bretschneider. "Wir wollen gerade in dieser wichtigen Übergangszeit in der gewohnten Qualität miteinander zusammenarbeiten."

Außerdem verabschiedete der Aufsichtsrat am Donnerstag den Geschäftsplan für das Jahr 2020, der die Grundlage bildet für die langfristige Finanzierung der Berliner Flughäfen.

Von: dpa, br

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