Belgien und Schweiz fordern Garantien von Lufthansa

Nach den Debatten um politische Einflussnahme im Gegenzug für staatliche Corona-Unterstützungen für die Lufthansa Group in Deutschland und Österreich verlangen nun auch die belgische Regierung und Schweizer Politiker Garantien.

Flugzeuge der Brussels Airlines. © AirTeamImages.com / Serge Bailleul

Belgien fordert Medienberichten zufolge für mögliche staatliche Kredithilfen an die Lufthansa solide Garantien für die Tochterfirma Brussels Airlines. Dies habe Ministerpräsidentin Sophie Wilmès in einem Brief an Lufthansa-Chef Carsten Spohr deutlich gemacht, berichteten belgische Medien.

Es geht um Hilfen von 290 Millionen Euro als Liquiditätshilfe für Brussels Airlines. Die Regierungschefin verlange im Gegenzug eine detaillierte Wachstumsperspektive sowie bezifferbare Ziele zur Entwicklung des Brüsseler Flughafens als Drehkreuz für die Lufthansa-Tochter, hieß es. Dazu gehörten zusätzliche Investitionen.

Zur Debatte stehe auch eine Beteiligung des belgischen Staats mit einem möglichen Vetorecht bei der Unternehmenspolitik, etwa bei Reisezielen, berichteten die Zeitungen weiter.

Schweiz und Österreich wollen ebenfalls Garantien

Auch in der Schweiz will die Politik nun Garantien. Der Bundesrat wolle Bedingungen an die Staatshilfe knüpfen, berichten Schweizer Medien. So dürften beispielsweise keine Dividenden ausgeschüttet werden, zudem würden Standortgarantien verlangt. Verbindliche Umweltauflagen macht der Bundesrat aber nicht.

Allerdings wollen Schweizer National- und Ständeräte die Freigabe der Kredite noch an die Bedingung knüpfen, dass Swiss und Edelweiss Klimaziele sowie Sozialstandards einhalten.

In Österreich hatte die Politik ebenfalls Standortgarantien im Gegenzug für staatliche Unterstützungen während der Coronakrise verlangt. So solle Wien eine langfristige Drehkreuzfunktion im Lufthansa Konzern gesichert werden. Gleichzeitig gibt es Ideen, sich direkt zu beteiligen.

© BKA, Lesen Sie auch: "Haben klare Interessen" - Kurz legt in Lufthansa-Verhandlungen Fokus auf Wien

Die Lufthansa verhandelt derzeit in Deutschland über Staatshilfe in Höhe von rund zehn Milliarden Euro für den Konzern. Im Gespräch ist dabei auch eine Staatsbeteiligung. Konzernchef Spohr hatte zuletzt einen weitreichenden Staatseinfluss aber abgelehnt.

Von: dh mit dpa

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Fluggesellschaften Politik Lufthansa Group Kapitalmarkt Wirtschaft Lufthansa Brussels Airlines Swiss Corona-Virus