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Basiswissen Airline Operations (4) Gastautor werden

Bei der Beladung kommt es auf die Verteilung an

Ohne eine intensive Vorbereitung durch die Operations-Mitarbeiter hebt kein Verkehrsflugzeug ab. Wie die Beladung geplant und ideal an Bord verteilt wird, erklärt Airline-Operations-Spezialist Matthias Baier.

Die Bezeichnung Operations (OPS) wird in der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet. © AirTeamImages.com/airliners.de / JHribar/Montage: airliners.de

Nach Abschluss der Arbeiten am Flugdurchführungsplan (Operational Flight Plan, siehe OPS-Tutorial Folge 2 und Folge 3) durch die Mitarbeiter im "Flight Operations", werden die benötigten Kraftstoffmengen für einen Flug an die Abteilung "Ground Operations"übermittelt.

Die Hauptaufgabe von Ground Operations ist, neben der Beschaffung und Verteilung von Abfertigungsdaten, die Ladeplanung. Hierbei werden die Zuladung und letztlich die Flugzeuggesamtmasse sowie die Lage des Schwerpunktes bestimmt. Alle Parameter müssen sich zur sicheren Durchführung des Fluges innerhalb bestimmter Grenzen befinden.

Flugzeuge werden vor dem Flug nicht gewogen

Da Flugzeuge im täglichen Betrieb nicht gewogen werden, wird die Gesamtmasse des Flugzeuges beim Abheben durch Addition verschiedener Einzelmassen berechnet. Ausgangspunkt der Berechnungen ist die "Betriebsleermasse" des Flugzeuges ("Dry Operating Mass", DOM). Diese ergibt sich aus der eigentlichen Flugzeugleermasse, die alle vier Jahre im Rahmen von technischen Überprüfungen durch Wägung ermittelt wird. Hinzu kommen die Massen für die Crew inklusive Crewgepäck, für die Bordverpflegung und das Trinkwasser. Ein Flugzeug mit dieser Masse ist betriebsbereit, es fehlen nur noch Kraftstoff und die Zuladung.

© Matthias Baier

Über den Autor

Matthias Baier ist Verkehrsflugzeugführer sowie Lehrer bei der Schule für Touristik in Frankfurt. Auf airliners.de veröffentlicht der Airline-Operations-Experte Basiswissen-Tutorials, die auf seinem Fachbuch "Operations" basieren. Alle Tutorials "Basiswissen Airline Operations" lesen.

Die "Dry Operating Mass" kann durch unterschiedliche betriebliche Anforderungen variieren. Wenn beispielsweise bei einem Kurzstreckenflug kein warmes Essen, Kissen und Decken an Bord verteilt und dementsprechend nicht mitgeführt werden, ergibt sich für das gleiche Flugzeug eine geringere Masse als bei einem längeren Flug mit einer großen Auswahl an Verpflegung. Die Fluggesellschaft bestimmt die jeweils gültige "Dry Operating Mass" passend zum jeweils vorgesehenen Einsatz und stellt diese Daten in ihren Betriebshandbüchern Ground OPS zur Verfügung.

Von: Matthias Baier für airliners.de Jetzt Gastautor werden

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