BaWÜ-Verkehrsminister warnt vor Gäubahn-Tunnel zum Flughafen Stuttgart

Um den "Deutschland-Takt" im Bahnverkehr Wirklichkeit werden zu lassen, prüft der Bund allerorten zusätzliche Ausbauvorhaben. Ein weiterer Tunnel zum Flughafen würde das Projekt Stuttgart 21 jedoch zusätzlich verzögern und verteuern, warnt die Landesregierung.

Das Stuttgarter Flughafen-Terminal im Sonnenuntergang © Flughafen Stuttgart GmbH

Der Bau eines neuen Gäubahn-Tunnels würde aus Sicht von Verkehrsminister Winfried Hermann zu Verzögerungen und Kostensteigerungen im Stuttgarter Bahnknoten führen. Gutachter hatten einen solchen Tunnel für die Anbindung an den Stuttgarter Flughafen vorgeschlagen.

"Wenn man das anstrebt, muss man in Kauf nehmen, dass es teurer wird und länger dauert", sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Stuttgart. Man begrüße, dass sich der Bund Gedanken mache zum Stuttgarter Bahnknoten und zum anvisierten Deutschland-Takt im Rahmen des milliardenschweren Bahnprojekts S21. Zu solch einem neuen Tunnel sei aber noch keine Skizze gezeichnet. Hermann wies darauf hin, dass mit Blick auf die Gäubahn-Anbindung an den Flughafen zudem noch ein Feststellungsverfahren läuft.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Erste Röhre des Stuttgart 21-Fildertunnels durchgeschlagen

Die Gäubahn ist eine internationale Eisenbahnstrecke zwischen Stuttgart und Singen mit Verbindungen in die Schweiz und nach Italien. Medienberichten zufolge gibt es im Bundesverkehrsministerium Pläne für einen neuen Gäubahn-Tunnel. Die Kosten dafür könnten demnach bei bis zu einer Milliarde Euro liegen. Nächste Woche soll in Berlin das Gutachten vorgestellt werden.

Hinter dem "Deutschland-Takt" steckt ein System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen. Die Bundesregierung will das Zugfahren dadurch pünktlicher, schneller und verlässlicher machen. Der Bahn war in der Vergangenheit vorgeworfen worden, der neue Tiefbahnhof in Stuttgart habe zu wenige Gleise, um den geplanten 30-Minuten-Takt auf wichtigen Verkehrsachsen zu ermöglichen.

Von: dk, dpa

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