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Baublies will "mit Lufthansa nichts mehr zu tun haben"

Nach 16 Jahren bei der Lufthansa und zwölf Jahren als Ufo-Funktionär will Nicoley Baublies zum Jahresende beide Tätigkeiten aufgeben und Konflikt-Coach werden. Auf seine finanziellen Forderungen gegenüber der Airline besteht er weiter.

Nicoley Baublies ist Vorsitzender der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. © dpa / Frank Rumpenhorst

Der jahrelange Ufo-Vorsitzende und derzeitige Berater der Flugbegleitergewerkschaft will seine hauptamtliche Funktion zum Jahresende aufgeben. "Ich habe mich mit dem Vorstand drauf geeinigt, dass die Position, die ich seit einem knappen Jahr innehabe, aufgelöst wird," sagte Baublies jetzt gegenüber airliners.de.

Seinen Schritt begründet der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär mit dem weiterhin bestehenden Zerwürfnis mit der Lufthansa. Mit der Airline streitet er vor Gericht um diverse Kündigungsversuche. Zudem geht es dem Vernehmen nach um hohe ausstehende Lohnzahlungen und Anwaltskosten. "Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist in mir die Erkenntnis gereift, dass ich mit der Lufthansa beruflich nichts mehr zu tun haben will", sagt Baublies jetzt.

Seine eigene berufliche Zukunft sieht Baublies in der Selbstständigkeit. Mit der bereits angemeldeten "Nicoley Baublies Conflictcoaching GmbH" will er als Konfliktberater agieren. Die Luftfahrtbranche werde dabei eines seiner Betätigungsfelder bleiben. "Die Firma wurde nicht im luftleeren Raum gegründet, während meiner Zeit als Ufo-Funktionär kamen immer wieder Anfragen für eine entsprechende Beratertätigkeit aus unterschiedlichen Ecken."

Dabei bleibe er der Ufo verbunden, die Trennung von der hauptamtlichen Funktion erfolge einvernehmlich. Er habe bei der Ufo zwölf Jahre lang Führungspositionen innegehabt, so Baublies und sei weiter bereit, seine Expertise in Gremien oder für einzelne Aufgaben einzubringen. "Ich bin aber überzeugt, dass die derzeitige Führungsmannschaft der Ufo ihren Aufgaben gewachsen ist."

Baublies hat seit 2004 zunächst als Flugbegleiter und später als Kabinenchef (Purser) bei der Lufthansa gearbeitet. Als Ufo-Chef hatte er den ersten Flugbegleiter-Streik in der Geschichte der Lufthansa und weitere Arbeitskämpfe organisiert.

Wie genau die Trennung von Lufthansa erfolge, sei noch unklar, es liefen Gespräche. Selbst gekündigt habe er nicht, so Baublies. "Ich bekomme noch jede Menge Geld." Vielleicht könne man sich auf einen Aufhebungsvertrag einigen oder müsse erneut vor Gericht ziehen. Nach etlichen heftigen Streitigkeiten hatte der Konzern im vergangenen Jahr versucht, Baublies zu kündigen, war aber vor den Arbeitsgerichten gescheitert. Aus dieser Zeit stammen die finanziellen Forderungen des früheren Ufo-Chefs, um die es nun wieder gehen dürfte. Die Lufthansa wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Von: dk mit dpa

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