Baublies ist wieder für Ufo aktiv, um "Interimsvorstand zu helfen"

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Der Ex-Chef der Ufo, Nicoley Baublies, möchte der Gewerkschaft helfen, die Übergangszeit hin zu einer Neuaufstellung zu bewältigen. Wer auch immer künftig an der Spitze stehe, solle eine geordnete Organisation übernehmen.

Nicoley Baublies. © dpa / Frank Rumpenhorst

Nicoley Baublies ist wieder in die Arbeit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo eingebunden. Im Gespräch mit airliners.de begründete der ehemalige Vorsitzende sein Engagement unter anderem mit einem Verantwortungsgefühl gegenüber der Gewerkschaft, in deren Mittelpunkt er jahrelang stand, und ihren Mitgliedern.

Nach seinem Rücktritt als Ufo-Vorsitzender Ende Mai hatte sich Baublies auf unbestimmte Zeit komplett zurückgezogen, um sich von den laut Ufo "unaushaltbaren Vorwürfen, die ihm nicht gerecht wurden" zu erholen und die Organisation zur Ruhe kommen zu lassen.

Die Zukunft der Gewerkschaft ist weiter unklar

Das mit dem zur Ruhe kommen hat jedoch nur bedingt geklappt. Nach internen Querelen, die im Frühjahr zum Rücktritt des gesamten Vorstandes führten, konnte die Gewerkschaft auch unter dem Interimsvorstand ihrem Auftrag nur bedingt nachkommen. Das liegt vor allem an der Haltung des wichtigsten Verhandlungspartners Lufthansa, die die Ufo seit dem Vorstands-Rücktritt als nicht mehr vertretungsberechtigt respektive verhandlungsfähig bezeichnet.

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Mindestens bis zur, auch von Lufthansa geforderten, kompletten Neuwahl eines Vorstandes für die Gewerkschaft, möchte Baublies nun den Interimsvorstand unterstützen. Vor allem die "Tarifkommission Lufthansa" profitiere davon.

Der Lufthansa-Flugbegleiter war maßgeblich an den Verhandlungen für den derzeit gültigen Tarifvertrag für die Kabine beteiligt. Diesen wollte Ufo eigentlich kündigen, was von Lufthansa jedoch mit Verweis auf die fehlende Vertretungsberechtigung abgelehnt wurde. Eine von Ufo daraufhin ausgerufene Urabstimmung zu Streiks bei den Konzern-Airlines wurde abgebrochen.

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Baublies verweist bezüglich seinem Ufo-Comeback auch auf die dünne Personaldecke bei der Gewerkschaft nach den heftigen internen Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr. Jede Hand werde gebraucht, daher würde er auch als Sprecher der Gewerkschaft auftreten, wie jüngst in einem Artikel auf "NTV Online". Zudem gehe es darum, dem dann neu gewählten Vorstand in Zukunft ein bestelltes Feld zu übergeben und Kontinuität sicherzustellen.

IGL und Verdi wollen Ufo ablösen

Nach den schwierigen Monaten sieht sich die Ufo derzeit wachsender Konkurrenz durch andere Gewerkschaften ausgesetzt. Sowohl Verdi als auch die Luftfahrt-Dachgewerkschaft IGL haben Ambitionen, den Platz der Ufo als wichtigste Gewerkschaft für Kabinenpersonal in Deutschland einzunehmen.

Die Gefahr, dass die Personalie Baublies zu einer zusätzlichen Belastung für das Verhältnis Ufo-Lufthansa werden könnte, sieht dieser nicht. Lufthansa habe auch während seiner Abwesenheit alles versucht um eine funktionierende Tarifpartnerschaft zu verhindern. Der Konzern habe das Ziel, sämtliche Verhandlungen zu verhindern und wende stets neue juristische Tricks dafür an. Ein Vorwurf den Lufthansa zurückweist, es gehe um Rechtssicherheit für Tarifabschlüsse, die nicht gegeben sei, wie das Unternehmen immer wieder betont.

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Von: dk

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