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Baubehörde erteilt Nutzungsfreigabe - BER kann eröffnen

Die Baubehörden haben das Hauptterminal des BER zur Nutzung freigegeben. Damit stehen einer Eröffnung am 31. Oktober nur noch die Orat-Tests im Weg. Die Corona-Krise erleichtert laut Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup die Inbetriebnahme.

Engelbert Lütke Daldrup. © dpa / Maurizio Gambarini

Die geplante Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober rückt ein großes Stück näher. Die zuständige Baubehörde hat das Hauptterminal am Dienstag zur Nutzung freigegeben, wie der Landkreis Dahme-Spreewald mitteilte.

Die untere Bauaufsichtsbehörde bestätige die Fertigstellung des Terminals 1, heißt es in einer nun veröffentlichten Erklärung. Einer Nutzung als Fluggastterminal stehe bauordnungsrechtlich nichts mehr im Wege.

Die Betreibergesellschaft könne nun mit den Vorbereitungen der "Orat"-Betriebsablauftests beginnen, die parallel zu einigen noch laufenden Restbauarbeiten durchgeführt werden. Orat steht für "Operational Readiness und Airport Transfer" und bezeichnet ein international etabliertes Standardverfahren zur teilweisen Erprobung der praktischen Abläufe vor der Inbetriebnahme von neuen Flughäfen.

Unterdessen werden in den kommenden Monaten noch Innenausbauten für die Geschäfte, Restaurants sowie für eine Lounge vorgenommen und die Beseitigung kleinerer baulicher Mängel abgeschlossen, heiß es. Der Flugbetrieb soll dann am 31. Oktober starten.

Der BER sollte eigentlich schon im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen platzten jedoch sechs Eröffnungstermine. Die größten Probleme machte der Brandschutz. Vergangene Woche stellte jedoch der Tüv die letzten Prüfbescheinigungen aus. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erklärte daraufhin, der BER-Start sei noch nie so sicher gewesen wie jetzt. "Bei der Inbetriebnahme im Oktober 2020 sehen wir keine Risiken."

© dpa, Sophia Kembowski Lesen Sie auch: Lütke-Daldrup: Inbetriebnahme des BER war noch nie so sicher wie derzeit

"Ich möchte allen danken, die den BER nicht aufgegeben haben", sagte Lütke Daldrup. Er will einen Schlussstrich ziehen unter Jahre, die von steigenden Kosten und sechs geplatzten Eröffnungsterminen geprägt waren. Mit hohem persönlichen Engagement und großem Beharrungsvermögen sei das Terminal Stück für Stück zu einem sicheren Gebäude gemacht worden, hob Lütke Daldrup hervor.

Die Eröffnung des BER könne in diesen Zeiten "ein Signal dafür werden, dass es in der Hauptstadtregion wieder aufwärts geht und die Wirtschaft wieder auf die Füße kommt", sagt Lütke Daldrup. Erleichtert werde die Inbetriebnahme, weil in Folge der Coronavirus-Krise die Passagierzahlen eingebrochen sind. Zuletzt flogen an den bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 1000 Passagiere pro Tag

Flughafen-Eigentümer beraten über Tegel-Schließung

Vertreter des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg sprechen nun auch noch einmal darüber, ob der Flughafen Tegel vorübergehend vom Netz gehen soll. Da kaum noch Flugzeuge fliegen, könnten so Kosten gespart werden. Der Berliner Flugverkehr würde nach dem Vorschlag der Flughafengesellschaft am zweiten Berliner Standort in Schönefeld konzentriert.

Ende März hatte der Bund die Pläne für eine sofortige Schließung gestoppt. Die Infrastruktur sollte wegen der Corona-Krise flexibel verfügbar bleiben. Nach Angaben des Verkehrsministeriums vom Dienstag soll die Lage nun erneut bewertet werden. Die Fluggesellschaften haben sich am Wochenende dafür ausgesprochen, Tegel am Netz zu lassen.

© Berliner Flughäfen, Lesen Sie auch: Bund stellt sich quer: Flughafen Tegel bleibt offen

Am Vormittag tagt zunächst der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, am Nachmittag die Gesellschafterversammlung. In beiden Telefonkonferenzen geht es um die Folgen der Corona-Krise für das Unternehmen. Eine staatliche Finanzspritze von bis zu 300 Millionen Euro ist in Vorbereitung.

Von: dpa-AFX, br, dh

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