Bahn hält Angebot für Tempelhof trotz Absage des Senats aufrecht

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn (DB) hält ihr Angebot für einen Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tempelhof auch nach dem Nein des Senats aufrecht. «Der Senat hat nicht der DB eine Absage erteilt, sondern dem Wirtschaftsstandort Berlin und damit allen Berlinern», sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn bei einem Redaktionsbesuch der dpa in Berlin. Die Hauptstadt brauche einen Cityflughafen wie ihn andere Metropolen auch hätten. «Wir verstehen sehr gut, dass der Senat dafür kein Geld ausgeben kann und will, aber dann könnten sie uns doch lassen!» Das Land will Tempelhof Ende Oktober 2008 schließen, um den Bau des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld nicht zu gefährden.

Zur Begründung des Einsatzes der Bahn für Tempelhof sagte Mehdorn: «Dass wir den Finger heben, liegt schlicht daran, dass wir das letzte verbliebene Hauptquartier eines großen Konzerns in Berlin sind. Wer soll sich denn sonst dafür engagieren? Ein Fleischermeister oder ein Konfektionsgeschäft am Ku'damm?»

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte am Montag einen Antrag der Bahn abgelehnt, Tempelhof für einen eingeschränkten Flugbetrieb mit Privatjets in eigener Regie weiterzubetreiben. Das Angebot steht in Zusammenhang mit einem Konzept amerikanischer Investoren, für 350 Millionen Euro ein Gesundheitszentrum und ein Hotel auf dem Areal einzurichten.

Mehdorn wies darauf hin, dass die Deutsche Bahn eines der komplexesten Verkehrsnetze der Welt betreibe. «Dann kriegen wir das auch mit einem Geschäftsflieger-Terminal mit rund zwei Dutzend Mitarbeitern hin.» Ein solcher Flugbetrieb in Tempelhof sei «durchaus kostendeckend zu organisieren». Eventuell müssten die Landegebühren etwas höher angesetzt werden, es ginge aber im Geschäftsflugverkehr «ja nicht um arme Leute».

Von: dpa

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