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Annalena Baerbock © Bündnis 90/Die Grünen

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl hat Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die Klimaziele ihrer Partei verteidigt und ihren Führungsanspruch klar betont.

"Noch vor zwei Jahren hätte niemand gedacht, dass die Grünen eine Regierung auch anführen können", sagte Baerbock am Montagabend in der ZDF-Sendung "Was nun,...?", in der die Klimapolitik besonders im Vordergrund stand.

"Wir wollen keine neue soziale Spaltung", antwortete die Grünen-Chefin auf die Frage, ob auf den Corona-Lockdown der Klima-Lockdown folgen werde. Ihre Partei stehe nicht für Verbote. Eine Beschränkung von Flugreisen pro Kopf sei nicht Teil des Grünen-Programms.

Jeder solle auch in Zukunft noch Urlaub machen können, wo er wolle. Klar sei aber, dass sich Strukturen ändern müssten, das gelte auch für den internationalen Flugverkehr, der insgesamt begrenzt werden müsse.

Es sei falsch, dass der Luftverkehr in den internationalen Klimaschutz nicht einbezogen war, sondern weiter wachsen durfte, sagte Baerbock ohne auf das bei Klimaschützern umstrittene Icao-Programm Corsia einzugehen. Corona habe gezeigt, dass man auch ohne Flugverkehr Kontakte halten könne. "Die Logik von immer mehr und immer weiter bringt uns an die Grenzen unseres Planeten."

Ihre Partei setze sich nicht nur für ein Tempo-130-Limit auf deutschen Straßen ein, sondern auch für einen deutlichen Ausbau der Elektromobilität. Für Pkw gebe es aber die Elektro-Alternative, deshalb plädiere ihre Partei auch für ein Ende des fossilen Verbrennungsmotors ab 2030.

Wasserstoff müsse dem LKW- und dem Luftverkehr vorbehalten bleiben. Hier brauche es zudem Technologieoffenheit, weil bislang noch nicht alle Technologien verfügbar seien, um das Ziel der maximalen Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius zu erreichen, erklärte die Grünen-Chefin.

Es sei "richtig gut", dass der Kampf gegen den Klimawandel an Fahrt aufgenommen habe, sagte Baerbock. Klimaziele dürften aber nicht nur "heiße Luft" sein.

"Die Zeit läuft uns definitiv davon", sagte Baerbock. Gleichzeitig sei es wichtig, Unternehmen Planungssicherheit zu geben und Arbeitsplätze zu sichern. Das gelte auch für Regionen im Osten, wie etwa in der Lausitz. Den Kohleausstieg von 2038 auf das Jahr 2030 vorzuziehen, wird nach ihrer Einschätzung Beschäftigte nicht überfordern, da sich Unternehmen dem Wandel anpassen würden. Gleichwohl räumte Baerbock ein, dass der Kohleausstieg in den neuen Bundesländern noch einmal "eine Schippe härter" sei als in anderen Regionen.

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