Austrian unter Druck - Großes Sparpaket soll Wende bringen

Nach einem Verlust im ersten Halbjahr soll auch das dritte Quartal keine Besserung bei Austrian Airlines gebracht haben. Jetzt berichten österreichische Medien über ein 100 Millionen Euro schweres Sparpaket, dass bald verkündet werden soll.

Dash 8 von Austrian Airlines. © AirTeamImages.com / Chris Jilli

Die Neuausrichtung von Austrian Airlines wird neben der Konzentration auf den Hub in Wien auch ein umfangreiches Sparpakt enthalten. Das geht aus unterschiedlichen aktuellen Medienberichten in der Alpenrepublik hervor. Demnach planten Airline-Chef Alexis von Hoensbroech und Finanzvorstand Wolfgang Jani mit Rückendeckung der deutschen Konzernmutter Lufthansa Kostensenkungen von rund 100 Millionen Euro. Unter anderem stünden 500 Arbeitsplätze zur Disposition.

Laut dem österreichischen "Standard" will man bei Austrian derzeit keine Stellung zum Thema abgeben, aus Unternehmenskreisen würden die Meldungen über das Einsparprogramm jedoch bestätigt. Die Fluggesellschaft schreibe derzeit rote Zahlen und stehe unter erheblichem Ergebnisdruck.

In den ersten sechs Monaten des Jahres flog Austrian Verluste in Höhe von 53 Millionen Euro ein. Für das Gesamtjahr war man im Juli noch von einem "knapp positiven Ergebnis" ausgegangen. Das scheint nun nicht zu klappen. Von den 100 Millionen Euro Gewinn pro Jahr, die die Lufthansa als Voraussetzung für weitergehende Investitionen insbesondere in die Langstreckenflotte genannt hat, ist man ohnehin weit entfernt.

Vorstellung der Quartalszahlen in der kommenden Woche

Nun schauen alle auf den 7. November. In der kommenden Woche will Hoensbroech die Quartalszahlen von Austrian vorstellen. Es wird erwartet, dass dann auch konkrete Angaben zu den angestrebten Kostensenkungen gemacht werden. Bisher ist nur der ungefähre Umfang der Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich bekannt und dass diese je zur Hälfte bei Sach- und Personalkosten erzielt werden sollen, wie "die Presse" schreibt.

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Neben rund 500 der insgesamt 7000 Arbeitsplätze bei Austrian, die abgebaut werden müssten, sollen die anderen 50 Millionen Euro über eine Reduktion der Sachkosten wieder reinkommen. Geplant sei unter anderem der Ersatz der 18 Dash-Turboprop-Maschinen durch zehn Airbus A320.

Bereits zuvor hatte die Airline angekündigt, Crew-Stützpunkte in den Bundesländern aufzugeben. Die deutsche Lufthansa übernehme die Deutschland-Flüge aus den Bundesländern. Parallel dazu sollen die Kräfte in Wien gebündelt werden: Die AUA übernimmt den Angaben zufolge die vier in Wien stationierten Flugzeuge samt Personal der Lufthansa-Tochter Eurowings, deren Wien-Basis de facto aufgelöst werde. Die Lufthansa wiederum übernehme die Deutschland-Flüge aus den Bundesländern. Eurowings soll künftig wesentlich stärker die dezentralen Europa-Verkehre aus den österreichischen Bundesländern von Austrian übernehmen und insbesondere in Salzburg und Innsbruck neue Flugzeuge stationieren.

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Von: dk

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