Austrian streicht Flüge wegen Betriebsversammlung in Wien

In Wien halten Eurowings Europe, Anisec, Lauda und Austrian Airlines Betriebsversammlungen ab. Dabei geht es um bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Austrian streicht vorsorglich Flüge - auch nach Deutschland.

Flugzeuge von Austrian in Wien. © Austrian Airlines / Michèle Pauty

Am Flughafen Wien halten an diesem Mittwoch Eurowings Europe, Anisec, Lauda und Austrian Airlines Betriebsversammlungen ab. Die österreichische Lufthansa-Tochter hatte bereits am Dienstagabend vorsorglich 24 Flüge gestrichen.

Darunter sind auch Verbindungen nach Berlin, Hamburg Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf, wie die Airline am Dienstagabend mitteilte. Betroffen von den Streichungen sind rund 1500 Passagiere. Diese sollen auf andere Flüge umgebucht werden.

Langstrecken und Ferienflüge würden gesondert abgesichert, hieß es. Wo immer möglich, sollen auf den Folgeflügen größere Flugzeuge eingesetzt werden. Die Beschäftigten aller Airlines wollen 9 Uhr Betriebsversammlungen abhalten.

Austrian sieht Betriebsversammlung kritisch

Eingeladen zur Betriebsversammlung hatte die österreichische Gewerkschaft Vida. Anlass für die Betriebsversammlungen seien einerseits die jeweiligen Entwicklungen in den einzelnen Unternehmen und andererseits gehe es um die Auswirkungen des ständig härter werdenden Wettbewerbs am Standort Flughafen Wien, "der längst auf Kosten der MitarbeiterInnen ausgetragen werde", teilte die Gewerkschaft mit.

Gegenüber "Aviationnet.online" teilte eine Austrian-Sprecherin mit, dass es ihrer Sicht keine Notwendigkeit für eine Betriebsversammlung mit Betriebsstörung gebe, da der Bord-Kollektivvertrag von Austrian Airlines erst 2018 verhandelt wurde und bis 2022 gültig sei.

© Austrian Airlines, Lesen Sie auch: Austrian unterschreibt Kollektivvertrag für Kabinenpersonal

Die Arbeitsbedingungen am Flughafen Wien sorgen seit Monaten für Diskussionen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die für das Bordpersonal zuständige Gewerkschaft vida spricht von Lohn- und Sozialdumping aufgrund des Preiskampfes der in Wien stationierten Billigfluglinien. Sie verlangt einen Tarifvertrag für die Branche, den die österreichische Wirtschaftskammer ablehnt.

Von: br, dpa

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