Auch Thomas Cook plant ohne Small Planet

Nach Tui setzt auch Konkurrent Thomas Cook im Winter nicht mehr auf Charter von Small Planet. Man sei mit der Performance immer sehr zufrieden gewesen, nicht aber in diesem Sommer, heißt es auf Anfrage.

Zentrale von Thomas Cook in Oberursel. © Thomas Cook

Der Reisekonzern Thomas Cook hat im Winter keine Dienste der deutschen Small Planet eingeplant. Man sei bislang immer sehr zufrieden gewesen, so eine Sprecherin des Reiseveranstalters. Doch: "In diesem Sommer hatte die Airline sehr große operative Schwierigkeiten und unsere Erwartungen an einen zuverlässigen Flugbetrieb nicht erfüllt." Unter anderem die aus den AOGs resultierenden Entschädigungszahlungen für Passagiere hatten den deutschen Ferienflieger vor fast fünf Wochen veranlasst, Insolvenz zu beantragen.

Thomas Cook hatte im Sommer die Kontingente von zwei festen Maschinen in Amsterdam und Paderborn bei Small Planet eingekauft. Hinzu kamen einzelne Vollcharter mit diversen Jets ab anderen Flughäfen. Ab Deutschland wurden vor allem Warmwasserziele angeflogen. Und auch die deutsche Thomas-Cook-Airline Condor setzte im Sommer ein Flugzeug von Small Planet ab Köln/Bonn ein - wiederum als Vollcharter für andere Reiseveranstalter. Auch dieses Engagement wird im Winter nicht fortgesetzt.

Die Small-Planet-Flotte im Sommer 2018

Stationen Flugzeuge
Paderborn 3 A320
Köln/Bonn 2 A320
Hamburg 1 A320
Hannover 1 A320
Leipzig/Halle 1 A320
Amsterdam 1 A321
Hurghada 1 A321

Die Tabelle zeigt die Maschinen, die im deutschen Markt eingesetzt werden. | Quelle: eigene Recherche

Small Planet führt mit rund 400 Mitarbeitern und zuletzt zehn Maschinen Ferienflüge für Reiseveranstalter durch. Kunden des Charterfliegers sind neben DER Touristik und Condor unter anderem Tui, Thomas Cook und FTI. Einzelne Charter fliegt er auch für Alltours, Schauinsland-Reisen und Aida Cruises.

Corendon übernimmt bei FTI

FTI hatte bereits Anfang September bekannt gegeben, das groß angekündigte Engagement mit Small Planet für Afrika-Flüge im Winter nicht zu nutzen. Stattdessen könnten Reisende zunächst Linienflüge nutzen; im Sommer übernimmt dann Corendon für FTI auf der Route. Indes schöpfen die Mitarbeiter von Small Planet neue Hoffnung. Denn die Airline hat laut Verhandlungsteilnehmern einen Investor gefunden und will noch in dieser Woche den Verkauf abwickeln.

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Deutsche Small Planet hat wohl Käufer gefunden

Von: cs

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