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Hintergrund Antigen-Tests machen Hoffnung auf Tourismus in Corona-Zeiten

Die Luftfahrt will am liebsten jeden auf Corona testen, der in ein Flugzeug steigt. Die Labore ächzten allerdings schon jetzt unter Überlastung durch zu viele PCR-Tests. Neue Antigen-Tests könnten entlasten. Die ersten neuen Produkte stimmen hoffnungsvoll.

Corona-Antigen-Schnelltest (Symbolbild) © Adobe Stock / Aneriksson

Die Reisebranche, darunter die Lufthansa, hofft schon lange auf die neuen Corona-Schnelltests. Mit der Zulassung neuer Antigen-Tests pocht auch der internationale Airline-Verband Iata auf eine flächendeckende Einführung.

Nun sind zumindest für Deutschland die Voraussetzungen dafür geschaffen worden. Die nationale Teststrategie des Robert Koch Instituts (RKI) sieht neue Antigen-Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus Sars-Cov-2 als sinnvolle Ergänzung zu den bisher verwendeten PCR-Tests an.

Zwar möchte das RKI, dass idealerweise PCR-Tests für Reiserückkehrer genutzt werden. Antigen-Tests gelten aber als "mögliche" Option, etwa am Flughafen. Zudem ist der Einsatz von Antigen-Tests laut RKI "möglich bei begrenzter PCR-Kapazität". Da Reiserückkehrer bei der nationalen Teststrategie die geringste Priorität haben, ist die Wahrscheinlichkeit also hoch, dass Antigen-Tests für Urlauber zukünftig häufiger zum Einsatz kommen werden.

Antigen-Tests dürfen demnach explizit auch für Reiserückkehrer genutzt werden. Für die Luftfahrtbranche ist das ein gutes Zeichen, denn die PCR-Testkapazitäten sind bereits in der Sommerreisezeit am Limit gewesen. Mit steigendem Infektionsgeschehen zum Winter sind weitere Kapazitätsprobleme zu erwarten. Es gibt aber Einschränkungen.

Spezifität und Sensitivität von Tests

Zur Einschätzung der Wirksamkeit von Corona-Tests sind zwei Fachbegriffe von Bedeutung: Spezifität und Sensitivität.

Die Sensitivität gibt dabei im Prinzip an, wie empfindlich ein Testverfahren ist oder wie wahrscheinlich es ist, einen Infizierten zu entdecken. Je höher der Wert in Prozent, desto besser. Die restlichen Prozent sind dann Fehler, sogenannte "Falsch-Negative". Ein Kranker wird dabei fälschlicherweise als Corona-Negativ eingestuft.

Bei der Spezifität geht es darum, mit welcher Genauigkeit gesunde Menschen erkannt werden. Ein Fehler hier führt dazu, dass eine gesunde Person fälschlicherweise einen positiven Corona-Befund erhält ("Falsch-Positiv"). Üblicherweise wird in so einem Fall allerdings erneut getestet.

Zum einen ist das Testverfahren noch neu. Ein Nachteil der Antigen-Tests ist dabei die geringere Sensitivität. Diese neuen Tests weisen nicht das Virus direkt nach, sondern ein bestimmtes Protein. Dafür braucht es aber eine recht hohe Virenlast.

Von: Andreas Sebayang

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