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Analyse Anteil der Reiserückkehrer an Covid-19-Gesamtfällen steigt deutlich

Bei den Sars-Cov-2-Infektionen sind die Steigerungen bei Rückkehrern aus dem Kosovo und der Türkei besorgniserregend. Aber auch Urlauber aus Spanien fallen auf. Die Planungsgrundlagen für die Branche gestalten sich weiter kompliziert.

Angehörige und Freunde mit bunten Willkommen-Ballons warten im Ankunftsbereich im Terminal 1 am Flughafen in Hamburg auf eine Reisende aus den USA. © dpa / Christian Charisius

Verglichen mit dem letzten Report vom 28. Juli 2020 zeigt der neue Situationsbericht des Robert Koch Instituts (RKI) einen besorgniserregenden Trend: Die Anzahl der über das Ausland importierten Sars-Cov-2-Infektionen steigt deutlich. Am Abend des 4. August erschien der Bericht (PDF) mitsamt einer Aktualisierung zu den Expositionsländern. Wie gehabt können nicht für alle Covid-Fälle die Expositionsländer rekonstruiert werden. 33 Prozent der Fälle sind ohne Angaben des wahrscheinlichen Infektionsortes.

Doch von den 9.497 Fälle mit wahrscheinlich bekanntem Infektionsland, Mehrfachnennungen sind möglich, fallen im neuen 4-Wochen-Berichtszeitraum der Kalenderwochen 28 bis 31 ganze 1.891 Fälle mit Herkunft aus anderen Ländern als Deutschland auf. Das sind mittlerweile 20 Prozent der Meldungen. Der vorherige Berichtszeitraum (KW 27 bis 30) hatte nur einen Anteil von 15 Prozent. Dies ist insbesondere deswegen bemerkenswert, da die vergleichsweise harmlose Kalenderwoche 27 herausgenommen wurde und durch eine offensichtlich stark auf die Statistik wirkende Kalenderwoche 31 (letzte Juli-Woche) ersetzt wurde. Die statistische Lage ist jedoch besonders kompliziert, da mittlerweile die kostenlosen Tests für einzelne Länder eine Rolle Spielen.

Kosovo- und Türkei-Werte verdoppeln sich

In dieser Woche gab es anscheinend eine dramatische Entwicklung bei Rückkehrern aus dem Kosovo. Während der Zeitraum KW 27-30 nur 303 Fälle aufwies, verdoppelte sich der Wert durch die Berücksichtigung der Kalenderwoche 31 auf nunmehr 608 Nennungen. Serbien verbesserte sich hingegen leicht von 242 auf 227 Fälle. Die Situation auf dem Balkan ist insgesamt sehr auffällig, da auch die anderen Länder in der Statistik stark auffallen.

Liste der Expositionsländer am 4. August 2020 Foto: © Robert Koch Institut

Erneut verdoppelt haben sich zudem die Fälle aus der Türkei. Sie stiegen auf 166 Nennungen und damit Platz drei der Reiseländer. Auf den ersten Blick scheint die teilweise Aufhebung der Reisewarnung nicht nachvollziehbar in Anbetracht der Zahlen. Eine nahe liegende Erklärung ist allerdings, dass die Türkei ein sehr beliebtes Reiseziel ist. Das heißt, der Anteil der positiv Getesteten in Relation zur Gesamtmenge der Reisenden ist gering. Leider weist das RKI keine Reisezahlen in Relation zum Infektionsgeschehen aus. Interessant ist aber, dass aus Sicht des RKI die Türkei ein Risikoland bleibt. Rückkehrer haben damit Anspruch auf einen kostenlosen Coronavirus-Test.

Von: Andreas Sebayang

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