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Anzeigetafel in Zeiten der Corona-Pandemie. © dpa / Lino Mirgeler

Kurzstreckenflüge haben im vergangenen Jahr einen Anteil von 53 Prozent an allen Passagierflügen ausgemacht, die in Deutschland starten oder landen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, war der Anteil damit ähnlich hoch wie vor der Pandemie - 2019 betrug er 54 Prozent. Als Kurzstreckenflüge werden solche mit einer Distanz von maximal 1000 Kilometern definiert.

Generell dienten Kurzstreckenflüge unabhängig von der Pandemie vor allem dazu, nahegelegene Ziele im Ausland anzusteuern, wie die Statistiker weiter mitteilten. Demnach waren 73 Prozent der 313.000 Kurzstreckenflüge 2020 Auslandsflüge, 2019 lag deren Anteil bei 74 Prozent, viele als Zubringer zu Drehkreuzen.

Auch 2020 war jeder siebte Passagierflug in Deutschland ein Inlandsflug – insgesamt waren dies rund 85.000. Dabei wird nicht erfasst, ob es sich um einen Zubringerflug handelt oder nicht. Fast die Hälfte (48 Prozent) aller Inlandsflüge entfiel im vergangenen Jahr auf Distanzen zwischen 400 und 500 Kilometern; das traf auf rund 41.000 Flüge zu.

Anteil der Inlands- und Auslandsflügen von und nach Deutschland
JahrInlandsverbindungenAuslandsverbindungen
20101882
201117.482.6
201216.583.5
201315.684.4
201415.484.6
20151585
201614.885.2
201713.986.1
201813.886.2
201913.986.1
202014.385.7

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der Inlandsflüge- und Auslandsflügen gemessen an allen Passagierflügen von und nach Deutschland.Quelle: Statistisches Bundesamt

Bei den Inlandsflügen stellten die Statistiker in den Vorkrisenjahren 2010 bis 2019 einen Rückgang von 289.000 auf 241.000 fest. Der Anteil an den Flugreisen sank von knapp 18 Prozent im Jahr 2010 auf knapp 14 Prozent im Jahr 2019.

Insgesamt ging die Zahl der Flüge jedoch wegen der Corona-Pandemie und des daher eingeschränkten Luftverkehrs stark zurück. Demnach gab es 2020 rund 596.000 Passagierflüge, im Jahr zuvor waren es insgesamt noch 1,74 Millionen Verbindungen.

In Deutschland gab es zuletzt eine Debatte über die Kurzstreckenflüge, die von den Grünen angefacht wurde. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte Mitte Mai gesagt: "Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben." Die Partei will solche kurzen Distanzen auf Dauer abschaffen und fordern als Alternative eine attraktive Bahn.

2020 waren die Passagierflüge in Deutschland nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für einen CO2-Ausstoß von insgesamt 9,75 Millionen Tonnen verantwortlich. Davon gingen 740.000 Tonnen auf das Konto von reinen Inlandsflügen – damit entsteht mit 92 Prozent der Ausstoß im Wesentlichen nicht aus Inlandsrouten.

Der coronabedingte Einbruch des gesamten Passagierflugverkehrs in Deutschland wirkte sich stark auf dessen Emissionen aus: Der CO2-Ausstoß ging im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 63 Prozent zurück.

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