Anhaltender Max-Ausfall sorgt für hohen Quartalsverlust bei Tui

Tui meldet für ihr erstes Geschäftsquartal einen stark gestiegenen operativen Verlust. Doch der Reisekonzern rechnet mit steigenden Marktanteilen und einer Entschädigung von Boeing für die fehlenden 737 Max.

Tui-Chef Friedrich Joussen mit einem Flugzeug von Tuifly. © Tui Group

Das anhaltende Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max macht dem weltgrößten Reisekonzern Tui weiter zu schaffen. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember wuchs der saisontypische operative Verlust (bereinigtes Ebit) bei Tui im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 77 Prozent auf rund 147 Millionen Euro. Die Miete und die Mehrkosten für Max-Ersatzflugzeuge summierten sich auf 45 Millionen Euro. Unter dem Strich verringerte sich der Nettoverlust allerdings um fast acht Prozent auf 129 Millionen Euro.

"Wir erwarten in diesem Geschäftsjahr keine Auslieferung der Max-Jets mehr", sagte Tui-Chef Fritz Joussen bei der Vorlage der Quartalszahlen vor der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover. Allerdings erwartet er nach der Insolvenz des Rivalen Thomas Cook jetzt einen kräftig wachsenden Reiseabsatz für den Sommer. "Der Reisemarkt in Deutschland und Großbritannien wird voraussichtlich schrumpfen, aber wir werden Marktanteile gewinnen", sagte Joussen.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Tuifly holt Eurowings-Maschinen vorzeitig zurück

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet der Manager jetzt ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll zwischen 850 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro liegen. Damit liegt die Untergrenze formal zwar 100 Millionen niedriger als zuvor. Doch dafür hat Joussen erstmals die Mehrkosten für eine über den gesamten Sommer verlängerte 737-Max-Krise sowie im Gegenzug erste Schadenersatzzahlungen von Boeing eingerechnet.

Reiseanbieter schreiben in der reiseschwachen Wintersaison in der Regel rote Zahlen, weil sie ihre Fixkosten nicht decken können. Ihre Gewinne fahren sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

© AirTeamImages.com, Stuart Lawson Lesen Sie auch: Tuifly greift Condor auf der Langstrecke an

Von: dk, dpa

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